Die Terminvereinbarung – der erste Schritt zur „Hilfe“ annehmen ? Teil1

Neujahresvorsätze. Wir gehen in die zweite Woche des neues Jahres und ich hab sie tatsächlich noch alle zusammen. Manche sind schon fest in den Alltag integriert wurden, vor allem was die Arbeit betrifft und Gesundheit/Seelenruhe.

In einer abgehandelten Form gibt es Vorsätze auch für unser geliebtes Wunschkind, auch wenn man mit fast 6 Jahren noch keine Vorsätze für das neue Jahr braucht.

Auch wenn ich bis Sonntag noch innerlich dagegen war, und froh war, das mich bisher keine Ergotherapiepraxis zurück gerufen hatte, gab es dann die ausschlaggebende Situation am Montag, da mich dazu innerlich bewegte jetzt wirklich eine Ergotherapie mit unserem Sohn gemeinsam zu starten. Ich habe mir auch fest vorgenommen, komme was wollen, ihn dort hin zu bringen und zu warten, damit wir gemeinsam wieder nach Hause gehen. Damit er weiß, ich/ wir sind für ihn da, wir können darüber reden. Das müsse doch möglich sein, auch für Vollberufstätige.

Die Situation am Montag traf wieder mein Mamaherz mit voller Wucht. Unberechenbar schossen mir die Tränen in die Augen und am liebsten hätte ich schreien wollen. Alles lief gut am Montag. Der liebe Herr Papa holte unseren Sohn guter Dinge am Montag direkt nach dem Mittagstisch in der Kita ab, um noch eine gemeinsame Spielzeit vor dem WingTsun zu haben.

Er traf unseren Sohnemann nicht in der Gruppe oder am Mittagstisch an. Man hätte schon gegessen und er wäre oben im Atelier zum Malen und Basteln mit seinem Freund, anscheinend schon Stunden vor dem Essen. Voller Freude bekam ich eine WhatsApp, wo unser Wunschkind wäre und was er machte. Eine Sache die er zu tiefst bis dahin hasste.  Der Herr Papa betrat das Atelier und fand wie immer unseren Sohnemann in der gleichen Situation wieder. Egal ob Atelier oder Bauraum oder sonst was, er sitzt nur da oder läuft herum. Zu 70 %. Keine Erzieherin in Sicht. Keine Hilfe für unser Kind. Bei der Frage ob er das jetzt die ganze Zeit getan hätte, also sich nicht beschäftigt,  gemalt, gebastelt oder sonst was, bejahte er dies.

Nach der WhatsApp darüber, brach mein Mamaherz. Schon wieder ein Tag, wo er Stunden nur dahin wartete das wir ihn abholen, schon wieder ein Tag ohne Hilfe der Erzieher.

Am Dienstag suchte ich in den Pausen, nachdem ich mich halbwegs wieder beruhigt hatte, das sich trotz Aussage/Versprechen der Erzieher, nichts geändert hatte, erneut Google nach Therapiemöglichkeiten in unserer Stadt und Umgebung. Obwohl ich hierbei gerne erwähne das ich es nicht gut finde Kinder in Therapie zu schicken! 3 Praxen fand ich, die ich noch nicht angerufen hatte. Diesmal, auf Grund das ich arbeiten war, mailte ich und diesmal bekam ich meine erste Antwort aus einer Praxis. Die erste überhaupt, bisher wurde ich ja nie zurück gerufen.

Sofort stellte sich zwar wieder das Gefühl der Ablehnung zur Therapie ein, aber ich schluckte dies runter und rief die Praxis 2 Stunden später an. Zittert und bereit mich für alles zu rechtfertigen  und das ich eine schlechte Mutter sei, die so spät erst anruft, stand ich da im Nebenraum des Büros.

Dann kam ich in eine Situation, die ich nicht erwartet hatte. Die Therapeutin war direkt am Telefon (war ja auch Mittagspause) und sie war lieb und nett. Sie ließ mich ausreden, stellt kurz fragen und wir suchten gemeinsam einen Termin, der nicht wirklich mit meiner Arbeitszeit kollidierte oder  meinen Urlaub mindert. Und tatsächlich fanden wir einen festen dauerhaften Termin mit fester Uhrzeit.

Nachdem ich aufgelegt hatte, war das Gefühl einer schlechten Mutter auch irgendwie verschwunden. Irgendwie bin ich auch froh darüber und total aufgeregt vor nächster Woche Donnerstag!

Ich habe unserem Sohn noch nichts von diesem Termin gesagt, die Termine im SPZ (sozialpädagogisches Zentrum) befand er ziemlich nervig und doof. Kann ich auch nachempfinden.  Ich möchte ihn nicht weiter verunsichern, weil er mir am Wochenende auf die Frage warum er nicht alleine ein bißchen spielt, die Antwort gegeben hat „Mama, ich weiß nicht mehr wie das geht, hilf mir“ und auf die Frage warum er in der Kita einfach nur im Atelier da saß oder im Kreis gelaufen ist „Mama ich hab auf meinem Freund aufgepasst und Mama, ich kann nicht malen, Mama ich möchte nicht, dass das andere Kinder sehen“.

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22 Gedanken zu “Die Terminvereinbarung – der erste Schritt zur „Hilfe“ annehmen ? Teil1

    • Impressions of Life schreibt:

      1) Kindern die es wirklich schlecht geht und die es benötigen – keine Frage, da muss man handeln
      2) Wir leben in einer perversen Leistungsgesellschaft, wo wir Kinder in Therapie schicken, damit sie schon mit ab 3 funktionieren, damit sie schneller am Ziel sind ?! Welches Ziel? Warum können Kinder nicht einfach Kind sein uns sich in ihrer schnelligkeit entwickeln, warum muss man schon in der Kita rechnen, lesen, großartig malen können usw. Warum zählt das perfekte alleine spielen zur Schulfähigkeit?
      3) Erzieher / Lehrer schaun in ihr Buch und wenn das Kind nicht das macht was es sollte, heißt es gleich T H E R A P I E, keiner schaut mehr warum ein Kind so handelt wie es handelt

      Gefällt 3 Personen

  1. maramarin21 schreibt:

    Ich finde es sehr gut, dass Du eine Lösung für Deinen Sohn suchst. Ich habe ja auch so meine Probleme mit Therapien, wenn sie z.B. Defizite im Kita-System ausgleichen sollen. Aber am Ende geht es um Deinen Sohn und dass es ihm gut geht. Ich hätte genauso gehandelt. Und es gibt eben auch sehr gute Therapeuten, die auch nur so lange tätig bleiben, wie es für das Kind nötig ist und dann auch wieder loslassen ;-). Alles Liebe für Euch.

    Gefällt 2 Personen

  2. xypsilonzett schreibt:

    Es ist keine Schande sich Hilfe bei schwierigen Herausforderungen zu holen. Das gilt für Kinder, wie Erwachsene und auch für alle Lebensbereiche.
    Eine skeptische Grundhaltung bei Kinder ist allerdings sehr wichtig, weil leider allzu leicht und zu gerne Probleme und Defizite aus KiTa und Schule „outgesourct“ werden, damit von dort das Problem verschwindet. Gemäß „wir“ haben ja etwas empfohlen, wenn die Eltern nicht aud „uns“ hören, sind wir nicht schuld. Der perverse, pseudo Leistungsdruck beginnt viel zu früh und bringt rein gar nichts.
    Wichtig ist, dass Kinder eben Kinder sein dürfen und nicht jedes Spielzeug muss per se einen „Entwicklungsbeitrag“ leisten oder „pädagogisch“ wertvoll sein.
    Ich wünsche Dir, dass es Deinem Sohn hilft!

    Gefällt 2 Personen

  3. 365tageimleben schreibt:

    Ich habe deine Beiträge zu der Kita-Situation ind ob der kleine darunter leidet wohl irgendwie verpasst. Daher jetzt mal die Nachfrage? Ansonsten finde ich eine Ergotherapie super (mir hat sie auch gut getan).

    Aber mir kam auch der Gedanke, ob dein Kleiner vielleicht einfach nicht so gerne bastelt oder/und Zeit für sich braucht? Meine Tochter war auch so und ist es bis heute.

    Liebste Grüße
    Ela

    Gefällt 1 Person

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