Ergotherapie 5/10 & der runde Tisch

Bei der letzten Ergotherapiestunden bin ich wieder dabei gewesen. Wir sind gemeinsam dorthin gefahren und es kamen keine Fragen auf. Abgesehen der Frage wohin wir fahren, war alles ok. Angekommen auf dem Parkplatz fragte das Wunschkind, ob ich den wirklich mit rein kommen würde. Ich bejahrte das selbstverständlich. Ich freute mich auch drüber.

Leider mussten wir noch warten und setzten uns erst still auf die Bank. Nachdem sich das Wartezimmer geleert hatte, packte uns der Spass an der Freud und wir alberten ausgelassen im Wartezimmer rum – ein sehr unbeschwertes Rumalbern, mit strahlenden blitzenden Augen und so!

Leider wurde ich dann doch im Wartezimmer sitzen gelassen und das Wunschkind verschwand mit der Therapeutin hinter der Glastür. Nach 45 Minuten kamen sie erheitert zurück und berichteten von malen und einem Froschschlagsspiel. Nächste Woche, wollen sie in die Turnhalle, wir sollten an Turnsachen denken. Das Wunschkind wirkte ausgelassen und glücklich

Dies war die Ergo 5/10 – wir sind gespannt

Die Terminvereinbarung – der erste Schritt zur “Hilfe” annehmen ? Teil1

Ergotherapie – das erste Treffen 1/10

Ergotherapie 2/10

Ergotherapie 03/10

Ergotherapie 4/10

Der runde Tisch !

Für Kinder mit Bedenken, ob Sie einen glücklichen guten Start in die Grundschule haben, gibt es in der KiTa einen runden Tisch!

In Wirklichkeit ist der Tisch eckig, aber man möchte zum Ausdruck bringen, dass man die ganze Geschichte an allen Ecken und Kanten erwischt und einen guten glücklichen Schulstart dem Kind gewährt. Ist ja auch wichtig und ein neuer Lebensabschnitt!

Zu diesem Tischgespräch sind die Eltern, die Haupterzieherin des Kindes, eine Protokollführerin (Leitung der Kita) und ein Vertreter der Grundschule anwesend. In unserem Fall war die Grundschuldirektorin dabei. Eine sehr liebe sympathische Frau, aus meiner Zeit kannte ich nur Männer, als Leiter von Grundschulen.

Als die Einladung zum runden Tisch kam, waren wir damit einverstanden. Es war uns ja auch bewusst, dass das Wunschkind einige Ecken hat zum Abrunden, aber es ist schon ein komisches Gefühl zu den Familien zu zählen, die dieses Gespräch benötigen. Hiermit stelle ich selbstverständlich klar, das es um keine Anpassung an andere Kinder handelt, sondern es rein darum geht, dass das Kind nicht in der ersten Klasse nachhängt oder sogenannt abstürzt.

Eine Stunde sollte es dauern. Ehrlich gesagt, war ich auch nervös!

Die Haupterzieherin erzählte zur Anfang vom Alltag der Kita mit dem Wunschkind, sie zählte seine Stärken auf (die sehr viele Punkte beinhalten!), erzählte von seinem Wesen und natürlich auch seine Schwächen. Die Grundschuldirektorin, die Unterlagen aus einer vergangenen Spielschulstunde der Lehrerin hatte, erzählte von den selben auffallenden Schwächen.

Alle sogenannten Schwächen waren uns schon bekannt. Weniger Selbstbewusst (wobei das von einem geringeren Selbstgefühl ausgeht), weniger am Malen, Zeichnen, Zählen und Mengenbestimmung, Buchstaben interessiert, weniger Körpergefühl – aber trotzdem einen großen Bewegungsdrang.  Alle waren sich darüber auch einig das dies nichts schlimmes sei und jedes Kind in seiner Entwicklung sein eigenes Tempo habe, aber für einen gelungen Start in die Schulzeit müssen man noch etwas üben und tun.

Wir, als Eltern, erzählen jetzt von der Ergotherapie und wie wir den Alltag gestalten. Das Thema Hochsensibilität / High Need ließen wir bewusst aus. Für mich ging das zwar nur mit bildlich gesprochen zusammen gedrückte Faust, aber es ist besser so gewesen. Der Generationsunterschied zwischen uns und der Grundschuldirektorin und Protokollführerin (Leitung der Kita) ist einfach zu groß. Die Haupterzieherin hätte es verstanden und wäre drauf ein gegangen.

Wir erhielten positiven Feedback und noch ein paar Alltagstipps. Wichtige Informationen am Rande bekamen wir auch. Zu einem war mir zwar bewusst, das in einem gesunden sportlichen Körper ein gesunder Geist wohnt, aber wir wussten nicht, dass wer nicht Rückwärtslaufen kann, auch nicht bis schlecht rückwärts zählen kann.

Desweiteren haben wir einen Augenarzttermin mit anschließender Sehschule, um zu testen ob, trotz völlig gesunder Augen, das Sichtfeld unseres Wunschkindes verzerrt/eingeschränkt ist. Näheres leider erst im Juni. Wir wissen nur das Halbwissen aus dem Internet und dass das Berufsfeld Orthoptik heißt.

Nun heißt es mehr sportliche/ körperliche Ausgleich zu finden, damit das Bewusstsein/Gefühl für seinen eigenen Körper wächst.

Im Alltag spielerisch die kleinen Dingen wie das Zählen und Mengenverständnis aufbauen, mehr Geschichten zum deutlichen sprechen erzählen, Stifthaltung üben

Sein Selbstgefühl steigern, den nur wer ein gesundes Selbstgefühl hat, hat selten Probleme mit dem Selbstvertrauen. Niemals umgekehrt! Leider wurde im Gespräch nur von Selbstvertrauen/bewusstsein stärken gesprochen. Auch eine Sache die viele verwechseln und am Ende haben Kinder ein noch geringeres Selbstgefühl als zuvor. Selbstgefühl ist das Wissen und Erleben, wer wir sind. Es ist wie gut wir uns kennen und wie wir uns zu dem verhalten, was wir wissen. Selbstgefühl ist unser innerstes Selbst, unsere Lebensäule. Selbstvertrauen hingegen ist das Äußere, was wir können, leisten, unsere konkreten Fähigkeiten, was wir nach Außenhin zeigen

Wir sind auf einen guten Weg und gespannt

Advertisements

13 Gedanken zu “Ergotherapie 5/10 & der runde Tisch

  1. Ilaina schreibt:

    Das mit dem Rückwärtslaufen und Rückwärtszählen halte ich für etwas sehr einfach dargestellt. Ich kann super rückwärts laufen, brauche zum rückwärts Zählen trotzdem meine Hände. Ich denke, da gehört doch mehr dazu.
    Es gibt sowas wie Psychomotorik, wird oft von Veranstaltern von Kinderturnen angeboten, das soll helfen, das Gefühl für den eigenen Körper zu steigern. Ansonsten vielleicht einen Kampfsport suchen, Aikido z.B. beschäftigt sich sehr mit dem Körper und ist nicht so „brutal“ da mit einfachen Hebelwirkungen gearbeitet wird. Oder Iado („die Kunst des Schwert ziehens“), da werden nur ganz bewusste Bewegungsabläufe gemacht.

    Gefällt 1 Person

    • Impressions of Life schreibt:

      Man kann natürlich nicht alles auf jedes Kind beziehen. Sie hatte es aber erwähnt und das fand ich interessant!
      Unser macht 2 x die Woche eine Art Kampfsport! Aber da er ja noch recht jung ist haben wir uns für WingTsun entschieden, die Kinder lernen viel über ihren Körpern, lernen spielerisch sich im Alltag zu behaupten und wenn er immer weiter macht verbindet das später alle Kampfarten in einer. Wir haben uns im Vorfeld über 2 Jahre informiert und fanden das am besten.
      Liebe Grüße

      Gefällt mir

  2. duese schreibt:

    Unsere Kinder sind sich wirklich sehr ähnlich 😊
    Den Zusammenhang mit Rückwärtszählen /-laufen werde ich mir mal merken und zu seiner Zeit drauf achten.

    Meine Tochter war gestern zum ersten Mal bei der letzten Psychomotorik vom Kindergarten, das ist auch ein „ganzheitlicher“ Ansatz mit viel Bewegung und Körperwahrnehmung.
    Ihr hat es offenbar viel Spass gemacht… aber auch da habe ich irgendwie einen faden Beigeschmack… 😬

    Ihr scheint da aber eine sehr engagierte Kita zu haben, der runde / eckige Tisch liest sich sehr aufgeschlossen. 👍

    Gefällt 1 Person

  3. wirsinddannmalunterwegs schreibt:

    Ach bin ich froh, nicht im Kindergarten gewesen zu sein. Bin lieber mit meinen Freunden ums Haus gezogen, haben uns furchtbar dreckig gemacht, Lager gebaut und Blödsinn gemacht. Lesen, Schreiben, Rechnen hab ich dann in der Schule gelernt, aber das scheint heute anders zu sein. Ich überlege gerade, ob Einstein rückwärts laufen konnte. Wahrscheinlich nicht, denn er war in Mathe schwach, ein Freund mußte die Ideen in Formeln übersetzten. Warum muss Kind eigentlich rückwärts laufen? Dafür sind die Füße nicht gemacht und hinten haben wir keine Augen. Die hat nur der Janus, und das ist ein Gott. Den heutigen Kinders wünsche ich heiter gelassene Eltern und Erzieher, damit sie einfach Kind sein können, einer der wundervollsten Zeiten im Leben. Dann wird auch das Wunschkind kein Wunderkind, sondern das beste, schönste, tollste, liebste Wunschkind der ganzen Welt bleiben. Viele Grüße schickt der Peter

    Gefällt 2 Personen

    • Impressions of Life schreibt:

      Genau so! Danke für deinen Kommentar, wie Recht du hast! Leider hatten wir keine Wahl und er musste in die KiTa, dies können wir nicht mehr Rückgängig machen. Leider ist unsere Gesellschaft zur perversen Leistungsgesellschaft mutiert und wir können nur hoffen und ihm helfen, das er seinen Weg geht und sich nicht für DIE verbiegen lässt. Liebste Grüsse

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s