Ergotherapie – das erste Treffen 1/10

Letze Woche war es dann soweit. Der erste Termin bei der Ergotherapeutin. Ich hatte die ganze Nacht nicht geschlafen, es war schrecklich. Mir war warm und kalt und sämtliche Szenarien liefen mir über die Bettdecke. Das Kopfkino kannte mal wieder keine Gnade!

Was ist eine Ergotherapie?

Eine Unterstützung für alle Menschen, egal welche Altersklasse, die im Alltag handlungsunfähig oder eingeschränkt sind oder dies alles in absehbarer Zukunft zutrifft. Für Bereiche der Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit. Es kommt zur spezifischen Aktivitäten, Umweltanpassungen und Beratung dazu, das Personen nach der Ergotherapie, mehr Handlungsfähigkeit im Alltag haben, eine bessere gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung der eigenen Lebensqualität.

Was bedeutet das für mich/uns?

Hilfe annehmen, auch wenn ich Sie mir, bis selbst nach dem ersten Treffen, nicht vorstellen kann. Warum und weshalb ist das so? Ich denke immer noch jedes Kind  hat seine eigene Entwicklung und seine eigene Bedürfnisse dazu. Hochsensibel, High Need, Anders sein. Wenn Kinder malen und basteln nicht mögen ist das so, wenn Kinder nicht spielen mögen, wüsste ich nicht was die Ergotherapie daran ändern sollte und so gibt es einen langen Rattenschwanz meiner Gedanken.

Zum ersten Treffen:

Es ist schon erstaunlich, wieviel innerliche Überwindung es kostet, einen Termin war zu nehmen, wogegen man sich ein Jahr gesträubt hat. Das Schlafdefizit überbrückte ich am Donnerstag mit einer Überarbeitungsaktion. Das ich die Mittagspause durch gemacht hatte, um eine halbe Stunde früher zu gehen, war ja okay, aber ich gönnte mir keine Minute Kaffee oder so, sondern arbeitete komplett durch – was zu üblen Kopfschmerzen führte. (Was natürlich keine zu schätzen wusste, aber das ist ja mal wieder ein anderes Thema)

Als mich meine beiden Lieben abholten, wurde mein überarbeitetes Selbst von der Konfrontation eines traurigen verängstigten Sohnemann übermannt. 400 ängstliche Gründe, hatte es gefühlt, für eine Schlittenfahrt von unserem Wunschkind letze Woche geben, aber dass das noch zu toppen war, darauf war ich nicht vorbereitet.

Dabei haben wir ihm überhaupt nichts erzählt, warum auch, wir wussten ja nicht was passieren soll. Wir hatten lediglich gesagt, das wir alle zusammen für die Schule schaun, damit später im Sommer alles klappt. Aber es wurde uns aus allen ein emotionaler Strick gedreht, bis hin zum Thema Tod. Ihm beschäftigte sogar die Frage, wenn er nicht so gut in der Schule sei, später nicht genug Geld verdienen sollte, ob er den nicht nach unserem Tod das Haus bekommt? Was wäre wenn nicht und und und.

Endlich angekommen, begaben wir uns 20 min zu früh in die Praxis und mussten natürlich warten. Während der Wartezeit kam eine andere junge Familie herein, die auch warten musste. Der Junge dieser Familie, geschätzt 3 Jahre, sprang nur wild herum, ärgerte und piekste unseren Sohn ständig, durchwühlte in der Praxis die Untersuchungsunterlagen hinter der Theke. Die Eltern machten so gut wie gar nichts.

Mein Mann, ich und unser Sohn wurden zunehmender genervter. Der Blickkontakt zwischen mir und meinem Mann sprach Bände. Falls es, weil wir keine Ahnung hatten, zur einem Gruppending zwischen den Kindern später kommen sollte, würden wir sofort abbrechen und die Praxis verlassen.

Nach 20 minütiger Erlösung, holte man uns drei endlich ab. Eine sehr liebe, junge Frau stellte sich vor und unser Kind bekam Zettel und Stifte in die Hand gedrückt und sollte malen, was er auch zögerlich tat und auch super gemacht hat. Wir beantworteten nur Fragen. Das Gespräch war lieb und nett gehalten. Es waren Fragen wie: warum sind wir hier, was erhoffen wir uns, was sagen andere dazu. Wir bekamen die Hausaufgabe einen Wochenplan nieder zuschreiben und verabschiedeten uns nach 45 min bis zum nächsten Termin.

Unser Wunschkind hatte sich auch wieder beruhigt und war guter Dinge mit uns nach Hause gefahren!

Das erste Treffen von 10 ist also nur geredet worden, nichts passiert! Wir sind gespannt!

Vorgeschichte: Die Terminvereinbarung – der erste Schritt zur “Hilfe” annehmen ? Teil1

 

 

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15 Gedanken zu “Ergotherapie – das erste Treffen 1/10

  1. xypsilonzett schreibt:

    Das freut mich, dass sich euer Wunschkind beruhigt hat und es nicht ganz so schrecklich war. Ich drücke euch die Daumen, dass die 9/10 ebenfalls zu eurer Zufriedenheit ablaufen und am Ende für alle die erwünschte Verbesserung eintritt.

    Euch und eurem Wunsch alles gute für den weiteren Verlauf bei der Ergotherapie!

    Gefällt 1 Person

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