Kindliche Alltagsgedanken zum Tod

Es war Vatertag, ein Tag wo ich immer ein bißchen sentimental werde und diesmal sehr dankbar, dass der Tagesablauf entspannt war und schön im Kreise meiner kleinen Familie stattgefunden hatte. Ich vermisse meinen Vater, der 2006 von uns gehen musste und habe einfach Angst nochmal jemanden zu verlieren! Aber soweit war es ein schöner Tag mit Kaiserwetter, einen schönen Spaziergang und guten leckeren Essen!

Beim Abendessen auf dem Balkon war es dann soweit:

„Mama wir brauchen keine Angst vor dem Tod haben“

*ersichtliches staunen bei beiden Elternteilen mit einer Wolke über dem Kopf wo stehen könnte „Ach nö, bitte nicht an Vatertag“

„Schaut doch zum Himmel“

*wir schauten alle in den Himmel und fragte uns was jetzt noch kommen könnte? Das einzige was wir erblickten war ein Jet der einen weißen Kondensstreifen am Himmel zeichnete*

„Mama siehst Du, da fliegt einer in den Himmel und ist tot und der sucht sich jetzt eine Wolke aus, wo er Plätzchen backen kann. Papa? Nimmst Du dann eine große Wolke zum Plätzchen backen? Mama siehst Du wir brauchen keine  Angst haben, wir backen dann alle Plätzchen wie die Engel“

*schweigen am Abendbrottisch auf dem Balkon *

„Mama da, da fliegt noch einer…“

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Ach, wenn doch alles so einfach wäre, wie die kindliche Logik? So gelassen über den Tod reden, können nur 6 Jährige, obwohl er auch manchmal anderes kann. So wie wir, mit Tränen und Angst im Herzen, Angst vor dem Verlassen werden, Angst vor dem nicht mehr sein.

Mein Herz, mein Wunschkind, behalte deine Gelassenheit für Leben und Tod und deine leichten Gedanken im Herzen. Wir lieben Dich!

Aber woher kommt das? Mir stellte sich die Frage: ist es normal das er einerseits ein harmonisches Bild vom Tod hat und andererseits an manchen Tagen diese angsteinflössendenen Schreckensgedanken vom allein sein, getrennt sein, im tot sein?

Meine Recherchen aus dem Internet hat folgendes ergeben:

Wir Erwachsene wissen was auf uns zu kommt, wir verstehen, soweit wissenschaftlich erforscht, was wird (wozu Kinder Jahre benötigen)!

Der Tod bedeutet Stillstand der Körperfunktionen, ist nicht mehr rückgängig zu machen. Alle Lebewesen auf unserem Planeten müssen sterben, die Ursachen für den Tod sind biologisch. All dies müssen sich unsere Kinder aber erst erarbeiten, durch Entwicklung selber zur dieser Erkenntnis kommen.

Leider wird in fast allen Familien nicht gerne (verständlicher Weise) über den Tod gesprochen. Kinder bekommen nur Wortfetzen oder Gesprächsstücke mit und basteln sich darauf Ihre eigene Welt – negativ wie auch positiv.

Kinder bis drei Jahren erleben diese Gefühle vom Tod oft. Hunger, kurze Trennung zur Bezugsperson – tagsüber wie nachts. In dieser Phase entsteht übrigens das Urvertrauen, was später über die Stärke der Angst über das Todesbewusstsein auch viel aussagt. Kinder dieses Alters haben aber kein Verständnis zum Tod, jedoch kennen sie das Gefühl der Todesängste sehr gut.

Kinder von drei bis fünf Jahren denken meist der Tod sei begrenzt, quasi auf Zeit. Alles ist magisch und mythisch, Wünsche der Auferstehung werden erfüllt, ein Machtgefühl über Leben und Tod entsteht. Diese Gefühle entstehen da diese Kinder im hier und jetzt leben. Sie den Tod nur begrenzt in der Zeit war nehmen.

Kinder ab sechs bis neun Jahren wird bewusst, das im Tod weder geatmet, gegessen noch gefühlt wird. Die Ursachen-Wirkungszusammhängen werden erforscht. Wie das man durch äußere Einwirkungen stirbt. Der Tod wird hier langsam Personifiziert und erste Gedanken zum Körper-Seelen Problem tauchen auf. Meist wird der Tod als Person klassifiziert wie „schwarzer Mann“ „Gevatter Tod“. Fragen was mit unserer „Seele“ passiert tauchen auf

Kinder von zehn bis vierzehn Jahren haben ein größeres Verständnis zum Tod. Auch hier enstehen in der Entwicklung zugleich Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Tod wird als unausweichliches endgültiges Ereignis gesehen.

Soweit meine Recherche. Trotzdem bleibt bei uns Erwachsene ein komisches Gefühl, wenn Kinder über den Tod reden, sich damit auseinander setzten. Sie sind unbekümmert, völlig frei in Ihrer Gedankenwelt und können meist unsere Gefühle darüber kaum verstehen.

Jeden Tag genießen ! Jeden einzelnen Tag !

 

 

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20 Gedanken zu “Kindliche Alltagsgedanken zum Tod

  1. 365tageimleben schreibt:

    Ich bin bei Gott keine Esoterikerin, aber ich habe (in so einem Umfeld) mal gelesen, dass Kinder bis ca. 4Jahren an Bruchstücje ihres früheren Lebens erinnern können sollen. Seit mir mein Töchterlein mit (damals) 3,5 mal erwidert hat: „Nein Mama, das war doch bei meiner vorherigen Mama“, bin ich ganz schön ins Trudeln gekommen. Wer weiß…

    Liebste Grüße Ela

    Gefällt 1 Person

  2. Reiner schreibt:

    Meinem Sohn (damals vielleicht so alt wie euer Wunschkind nun) habe ich in dem Zusammenhang versucht, zu erklären, dass absolut alles und jedes einen Anfang und ein Ende hat. Menschen, Tiere, Dinge. Geburt und Tod, wie man es auf uns lebendige Wesen bezieht.

    Steine auch?
    Auch Steine haben, wenn man so möchte, eine Geburt und einen Tod, Anfang und Ende. Nur die Zeitspannen sind für uns unvorstellbar groß…

    Später dann zuhause bei der Mama:
    Papa hat gesagt, Steine leben …
    Dein Vater SPINNT …

    Ein existenzielles Thema … wir wissen nicht, können nur glauben.
    Ich glaube, wir müssen so oft wiederkommen, bis wir erlöst sind, von unseren irdischen Anhaftungen. Wobei es kein zurück gibt, auch, wenn es manchmal so scheint…

    Grüße aus dem Tal der Wupper !

    Gefällt 2 Personen

    • Impressions of Life schreibt:

      Das mit dem Glauben erklären wir auch und das es unterschiedliche Glaubensrichtungen und Aufassungen zu diesem Thema gibt.

      Fragen ob Steine, Häuse, Spielzeug lebt bishin zum Weihnachtsmann gibt es auch bei uns.
      Manchmal ist es schon schwierig!

      Viel Grüsse zurück

      Gefällt 1 Person

  3. hanneweb schreibt:

    Kinder können durch Ihre so schöne Unbedarftheit bis zu einem bestimmten Alter sehr gut mit Themen wie den Tod umgehen und haben dafür eine sehr schöne Sichtweise.
    Hab selbst eigentlich auch kein Problem „mehr“ mit dem Tod, nachdem ich ihm schon mehrmals u.a. durch Unfall von der Schippe gesprungen bin.
    Als mein geliebter Vater aber viel zu früh starb, litt ich mit meinen damals 21 Jahren auch unsagbar darunter.
    Liebe sonnige Grüße🌞

    Gefällt 1 Person

  4. Ilanah schreibt:

    Kinder sind wirklich noch viel näher dran, leider sind es die Erwachsenen, die ihre Ängste, meist unbewusst, auf die Kinder übertragen.

    Jedem, der Angst vor dem Tod hat, kann ich nur die Bücher von Elisabeth Kübler-Ross ans Herz legen, sie hat auch ein tolles Buch zu Tode und Sterben für Kinder geschrieben.

    Ich habe jegliche Angst vor dem Tod verloren, mache selbst seit zig Jahren Sterbebegleitungen und empfinde es immer wieder als Bereicherung.

    Für mich ist der Tod nur ein neuer Anfang.

    Wobei ich natürlich auch viele geliebte Menschen durch den Tod verloren habe und sehr sehr traurig darüber bin.
    Wie heißt es im Jüdischen „Der Tod ist ein Problem der Lebenden“.

    Gefällt 1 Person

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