Von Froschbeinen und Pizzaarmen zur Wasserratte – Show-down mit der Wasserangst – Schwimmen lernen

Immer mehr Menschen vernachlässigen die Fähigkeit Schwimmen zu können. Laut DLRG Umfrage ist Deutschland ein Beispiel, das wir auf guten Weg zum Nicht-Schwimmer-Land sind.

Die DLRG (Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft) zog im Jahr 2016 eine traurige Bilanz. 500 Menschen sind im Jahr 2016 Opfer des Wassers geworden. Laut Statistikamt waren es sogar 547 Menschen in Deutschland. Die schwärzeste Bilanz seit 10 Jahren.

Die meisten Menschen ertranken in unbewachten Gewässern. Aber auch bewachte Gewässer sind kein 100 % Schutz! Klare Opfer von Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschädigungen, Übermut und Lichtsinn, Gefahren nicht erkennen. Unnötig und traurig.

Statistikauszug

64 Asylsuchende
108 Menschen im Alter von 71-85
110  Menschen im Alter von 16-35
46 Kinder unter 15 Jahren
Der Rest verteilt sich auf die Zwischenaltersklassen
Gleichzeitig wurde 2016 eine Studie in Auftrag geben mit folgendem Ergebnis in Deutschland:

52 Prozent aller Befragten sind bekennende Nichtschwimmer oder können nur schlecht schwimmen. Warum das so sei, wollten viele nicht beantworten

Knapp 60 Prozent aller Zehnjährigen sind im Wasser unsicher, was auf fehlende Lehrstunden in Schulen mit fehlenden ausgebildeten Lehrkräften zusammen hängt und das Unwichtigkeitsgefühl in Familien. Zudem muss man erwähnen, das nicht flächendeckend Schwimmkurse angeboten werden bzw. einen guten Schwimmkurs schwer zu finden ist

Nur 40 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen besitzen ein Jugendschwimmabzeichen. Die 40 Prozent sind schon hoch gegriffen bzw. eine schöne Zahl. Viele Abzeichen werden leichtfertig geben, es gibt eine große Toleranz, wann ein Abzeichen als geschafft gilt, hierbei bedarf großer Verbesserungsbedarf.

Nur noch 36 Prozent der Schüler haben in der Grundschule Schwimmunterricht.

Deutschland – ein Nicht-Schwimmer-Land? Lassen wir unsere Kinder nicht mehr  schwimmen lernen? Die Verantwortung einfach auf Schulen abzuwälzen wäre falsch. Fehlende Lehrkräfte wo man hinsieht, zu große Klassen, nicht genügend Zeit. Eine Kreisspirale die sich abwärts bewegt. Mit fatalen Folgen für Leib und Leben!

Auch wir mussten über 12 Monate auf einen Schwimmkurs warten. Schon fast hatten wir die Hoffnung aufgegeben, das wir vor der Grundschule einen Platz bekommen. Wir wollten auch nicht in einen überfüllten Kurs, weil die Wasserangst groß war.

Fast 6 Jahren hatten wir einen kleinen Klammeraffen, der fester als eine Manduca im Wasser an uns klebte. Kein großer Spass oder Freude. Nichts half, wir setzten unsere ganze Hoffnung in einen Schwimmkurs.

Nicht nur das wir nun einen Platz hatte, schon ab der 2 Stunden fasste unser Sohn großes Vertrauen in die Schwimmlehrerin. 10 Kursstunden später, war die Wasserangst fast Geschichte. Alleine Schwimmen ging zwar noch gar nicht, aber mit Schwimmnudel tobte er schon großartig durch tiefe Nass. Was 1x die Woche Schwimmkurs bewirkte, fanden wir überwältigen.

Selbst im Urlaub, sahen wir zwar keine richtigen Schwimmbewegung, aber auch keine große Wasserangst. Planschen im Meer macht Spass, das Leben macht Spass.

Jetzt in den großen Sommerferien, besucht er einen 3 wöchigen Intensivkurs. Völlig baff hab ich nach 1 Woche ein Video zugeschickt bekommen und er schwimmt. Keine weite Strecke, aber ins tiefe Wasser springen und ohne Schwimmhilfe mit fast korrekten Froschbeinen und Pizzaarmen (Schwimmbewegungen) hält er sich über Wasser.

Nach dem Intensivkurs wird er noch einen weiteren normalen Kurs bis Ende des Jahres (1x pro Woche) mitmachen. Das erste Abzeichen ist jetzt nicht muss und wichtig, es geht ums Schwimmen lernen in jeder Situation, voll automatisch, an Spass am Schwimmen und im Wasser!

Schwimmen können ist wichtig, wenn gar überlebenswichtig! Für eine besser Statistik, fürs Leben!

Von Froschbeinen und Pizzaarmen. Show-down mit der Wasserangst. Wir sind auf einen guten Weg und Ihr?

Eure Alex

 

  • Foto Pixabay

 

6 Gedanken zu “Von Froschbeinen und Pizzaarmen zur Wasserratte – Show-down mit der Wasserangst – Schwimmen lernen

  1. Luxus Lazarz schreibt:

    Liebe Alex, dass finde ich toll, dass Ihr dem Wunschkind das Schwimmen lernen schon frühzeitig ermöglicht. Die Zahlen der Nichtschwimmer sind wahrlich schockierend. Hört sich fast an, als ob zwischenzeitlich mehr Menschen in diesem Land Golf spielen können, als schwimmen. Wenn ich nicht schwimmen könnte, wären mir Gewässer mit hoher Wahrscheinlichkeit stetig suspekt und mein Leben, um so viele schöne Momente beraubt. Weiterhin viel Freude und begeisternde Fortschritte * L.

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  2. Ilanah schreibt:

    Ich habe es auch gehört, dass viele Kinder nicht schwimmen können.

    Ich finds toll, dass ihr eurem Sohn das Schwimmenlernen ermöglicht habe. Das gibt euch selbst ja auch ein besseres Gefühl, wenn ihr mal an einem See seid.
    Und für ihn ist es auch ein weiteres Stück Freiheit und Unabhängigkeit, denke ich.

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  3. Eva schreibt:

    Schwimmen ist wichtig. Wasserangst? Davon habe ich noch nie gehört. Jetzt weiss ich was es ist.
    Mich haben die Zahlen erschrocken. So viele Leute können nicht schwimmen? Das hätte ich nicht gedacht.
    Wenn er später mit seinen Freunden Dinge unternimmt ist Schwimmbad sicher darunter. Dann wird er froh sein, wenn er es kann.

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