Nachhaltigkeit sollte nicht nur ein Begriff sein

Wir leben in einer Zeit die rasant ist, an uns vorbei rauscht. Wir leben in einer Gesellschaft die schnelllebig und ziemlich Ich-bezogen ist. Ob im Wirtschaftsteil noch im Privaten wird sich nicht bzw. kaum um Nachhaltigkeit gekümmert. Das Hier und Heute zählt, das Morgen kommt und in der Zukunft wird es schon irgendwie gehen.

Nachhaltigkeit ein Modewort, ausgelutscht wie ein altes Bonbon und dehnbar wie ein Kaugummi. Schade, traurig, modern. 21. Jahrhundert halt.

Nachhaltigkeit ein Thema das uns alle angeht. Schließlich ist es unser Planet, unser Lebensraum, unsere Generation und daneben eine neue Generation die aufwächst und die nächste liegt schon in den Windeln.

Aber was machen wir als Familie. Grad mit Vorbildfunktion für die Generation, die jetzt ab Sommer eine neue Welt entdeckt und schon wissbegierig fragt. Eine neue Generation, wie unser Sohn, der erschreckend manchmal die Nachrichten mitbekommt, sich seine Gedanken macht und Fragen stellt.

Auch wir vermitteln Nachhaltigkeit, aber Worte sind gesprochen flüchtig, geschrieben auf Papier geduldig, Taten eher wenig vorhanden. Beschämend aber wahr, bei andern Familien auch so?

Nachhaltigkeit nur ein Wort?

Es ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcennutzung, die das System stabil und regenerationsfähig halten soll. 1992 wurde der Begriff politisch salonfähig und es wurden die sogenannten drei Säulen für die Nachhaltigkeit der Gesellschaft erschaffen. Soziales, Ökologische, Wirtschaftliches. 6 Jahre später war der Begriff international angekommen, und im Jahre 2002 erhielt er Einzug in die Abschlussrede zum Weltgipfel in Johannesburg.

Auf die politische Ebene der Nachhaltigkeit möchte ich in meinem Blogeintrag nicht eingehen.  Aber durch den Blogartikel von KindKücheChaos  mit dem Gastbeitrag von und eine Prise Liebe, habe ich mich an die eigene Nachhaltigkeit erinnert

Nachhaltigkeit: Gedanken in der Familie

Vorweg unsere Nachhaltigkeitsbilanz sieht bestimmt nicht bombig aus, zumindest im jetzigen Zustand, früher war sie aber bestimmt noch schlechter. Aber ganz ehrlich, es fällt schwer – und wer frei von negativ Bilanzen ist – der werfe den ersten Stein

Wohnart

Erfahrung und Wissen, es kann sich nicht jeder leisten – muss er auch nicht- aber wir besitzen ein Eigenheim, alle Aufwendungen fließen ins Eigentum was nicht irgendwem, sondern dem Wunschkind zu Gute kommt – uns natürlich auch

Energie und Wasser

Ein sehr harter Punkt. Früher wurde bei uns  bei Energie und Wasser kein Gedanken verschwendet, wenn trotz allem einer aufkam, dann wurde er bis zur Abrechnung der Jahresrechnung in die Ecke gestellt.

Ehrlich gesagt geht das aber nicht, schon gar nicht im Hinblick auf Umwelt und Kosten, also wurde in unserem Hause in den letzten Jahren nach und nach umgestellt. Von energiesparenden Geräten, wechseln der Glühbirnen, bis hin den Strom ganz zu sparen inkl. Standbygeräten, wenn man für längere Zeit (Urlaub) nicht im Hause ist.

Die letze Wasserrechnung traf nicht nur unsere negativ Bilanz hart, sondern auch den Geldbeutel. Leckende Wasserhähne, Spiel und Spass mit Wasser und der naive Gedanke das Wasser ja so nichts kostet bzw. nicht viel, traf uns wie ein Blitzeinschlag in einem Baum.

Was positiv ist, wir haben von Anfang an eine Regentonne im Garten.

Lebensmittel

Mein Vorsatz für dieses Jahr war es eigentlich auf dem Balkon und im Garten anzubauen. Der Vorsatz ist nicht vollzogen worden. Das einzige was wir haben sind ein Tomatenversuch (ein Geschenk von Oma) auf dem Balkon. Der Vorsatz ist auf nächstes Jahr angesetzt.

1-2 Hochbeete und Kübel auf Balkon und Garten. Selber Obst und Gemüse anbauen. Schmeckt nicht nur besser, man weiß auch die Energiebilanz und in gesundheitlicher Hinsicht auch die „Behandlung“ des Angebauten.

Bisher versuchen wir beim kauf von Obst und Gemüse auf regional Ware zu achten. Nicht immer möglich, aber wir versuchen es.

Was viele Lebensmittelkonzerne neuerdings großspurig aus dem Sortiment nehmen, sind die Plastiktaschen. Wir haben auch seit Jahren eigentlich Stoffbeutel und Körbe im Haus. Selten kaufen /nehmen wir im Geschäft Plastiktaschen mit.

Ein Großteil von Lebensmittel landen nicht nur in Supermärkten auf dem Müll, sondern auch zu Hause. Wir planen, auch wenn das noch sehr verbesserungswürdig ist, unsere Lebensmittelverbräuche. Trotz allem laden auch hier immer noch  viel auf dem Müll

Müll

Wie immer erlebt man, das Menschen sich um die Mülltrennung nicht kümmern. Wie oft sind die einzelnen Tonnen unsortiert. Grade privat könnte man genau da klein anfangen, den Müll zu trennen. Als Vorbild auch für die jüngere Generation.

Zumal ist es hier auch nach dem Einkauf einfacher geworden. Mit ein klein bißchen mehr Zeit, kann man einen Großteil von Verpackungen schon einmal im Geschäft lassen. Mittlerweile gibt es in Großstädten immer mehr Geschäfte mit Lebensmittel ohne Verpackung.

Grausam ist hierbei auch zu sagen, dass die großen Lebensmittelkonzerne ihre Biolebensmittel wie Obst, Gemüse zusätzlich nochmal in Plastik verpacken und gleichzeitig Werbung machen für „ohne Plastiktüte für die Umwelt“

Wer einen Komposter im Garten stehen hat bzw. die Möglichkeit dazu hat, kann seinen Biomüll hier entsorgen und dadurch Erde gewinnen. In manchen Städten schon Pflicht, das entlastet zunehmend auch die Restmülltonne, die so verkleinert werden kann. Aber auch hier sollte Aufklärung wichtig sein. Nicht alles was als Biomüll erscheint, kommt auf dem Komposter

Im Allgemeinen wird zuviel an Geräten / Dingen weggeworfen, die man hätte mit etwas Geschick oder Hilfe reparieren können und im Vorfeld pfleglich behandeln können.

Urlaub

Reisen ist schön, ferne Länder sind schön. Die Energie/Umweltbilanz hierfür ist bitter. Früher bin ich mit meinen Eltern ständig irgendwo auf der Welt gewesen. Mit meiner eigenen kleinen Familie nicht. Klar spielen wirtschaftliche Aspekte, politisch/terroristische Aspekte eine große Rolle.

Irgendwo kam auch letztens der Wunsch auf, in den Herbstferien, auf irgendeine Touristeninsel in der Südsee zu reisen. Wohlgemerkt nur der Wunsch.

Bislang sind wir in Deutschland bzw. Niederlande gewesen. Negativ Bilanz war hier nur die Autofahrt.

Fortbewegung

Leider noch zuviel mit dem eigenen Auto. Früher hatten wir zwei Autos, aus wirtschaftlicher Lage gesehen mit dem Wunschkind, haben wir das zweite Auto aufgeben.

Fahrräder sind vorhanden, in guter Absicht und sollten mehr genutzt werden, da regionale Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind.

Schule und Arbeitsplätze liegen von Wohnortspunkt in zwei gegenseitigen Richtungen. Beide zu Fuß/Fahrrad erreichbar. Ich versuche jetzt mehr zu Fuß zum Arbeitsplatz zu laufen

Wünsche / Gegenstände

Auf der einen Seite stehen viele Wünsche von allen drei Familienmitgliedern im Raum und ja wir erfüllen diese auch – wahrscheinlich zu oft und zu schnell. Wir müssen in Zukunft besser darüber nachdenken woher der Drang nach Wunschgütern kommt, ob wir sie wirklich brauchen und vor allem woher sie kommen. Kein Wahlloses kaufen, nähebezogen – was auch meist gesundheitlich besser da steht (keine z.B. China-Ware, wobei man hierbei auch den Kostenfaktor einberechnen muss, oder man auch keine andere Wahl hat)

Und wie sieht es bei Euch aus? Nachhaltigkeit ein Wort? Ein Handeln? Tips, Vorschläge, Glaubenrichtungen?

Alex

 

 

 

 

10 Gedanken zu “Nachhaltigkeit sollte nicht nur ein Begriff sein

  1. lukonblog schreibt:

    Hi Alex,
    Wenn ich das so lese, fühle ich mich erschreckend nachhaltig 😀 beim Leben ohne Strom und fließend Wasser überlegt man sich, ob man die Ressourcen wirklich verbrauchen muss. Denn alles muss ja woanders aufgeladen oder aufgefüllt werden und dann nach Hause getragen.
    Vor allem bringen mich aber Wasserklosetts zum Nachdenken… Was wir da alles mit so viel Trinkwasser täglich runterspülen! Ich habe hier ein Kompostklo, dessen Inhalt ich zwar selbst mit Beutel in die Mülltonne entleere, das aber super Ressourcen schont.
    Naja, ist schon Geschmackssache 😉
    Liebe Grüße,
    Luisa

    Gefällt 3 Personen

      • lukonblog schreibt:

        Ach, ich glaube die Opportunitätskosten wären bei mir sonst einfach zu hoch gewesen 😀 also, was wäre, wenn ich es nicht gewagt hätte, obwohl sich mir die Chance bot.
        Dann würde ich jetzt nämlich super unzufrieden mit meinem Wäschetrockner in der großen Wohnung in Deutschland sitzen und mich jeden Tag fragen „Was wäre wenn…“
        Und vor der Vorstellung habe ich einfach viel mehr Angst als vor -40 Grad oder Bären in der Mülltonne 😉
        Liebste Grüße aus einem Wohnwagen im Yukon!

        Gefällt 1 Person

  2. Ilaina schreibt:

    Ich bin im Großen und Ganzen bei Dir. Auf dem Balkon wollten wir auch lääängst was pflanzen…
    Einzig die Mülltrennung, das ist ein schwieriges Thema. Hier ist es z.B.so, dass so oder so alles gemeinsam in der Verbrennung landet, vollkommen egal, ob Bio, fürs Recycling oder Restmüll. Papiercontainer haben wir gar nicht, der nächste Glascontainer ist leider auch nicht gerade um die Ecke. Ich für meinen Teil fahre nur ÖPNV oder gehe zu Fuß, sehe zu, dass ich regional und saisonal kaufe (Bio ist ja auch so eine grenzwertige Sache) und lege vor allem Wert darauf meinem Kind Respekt und Fürsorge für unsere Welt vorzuleben.

    Gefällt 1 Person

  3. Pete J. Probe schreibt:

    Für mich persönlich liegt Nachhaltigkeit im Tun.
    Wir müssen etwas tun. Oder `grau ist jede Theorie, was zählt ist auf`m Platz´, wie der Fußballer sagt.
    Ich habe mir den Spruch zu eigen gemacht: `Back to the roots´. ZB mit Handarbeit. Reparieren statt wegschmeißen etc.pp…
    Auf meinem Blog hab ich mal dazu beschrieben, wie ich meine Wäsche mit der Hand wasche. Das fand kaum Beachtung und ich will das hier gern mal teilen, wenn ich`s wiederfinde:
    https://4alle.wordpress.com/2017/01/16/working-by-hand-pt-1-washday/
    Hab`s sogar auf Englisch versucht. Und unter Kategorie Haushalten und lifestyle noch mehr dazu geschrieben.
    Grüße an alle!
    Jürgen aus Loy (PJP)

    Gefällt 1 Person

  4. Stephanie Jaeckel schreibt:

    Ich habe das komische Gefühl, es müsse anders funktionieren. Nicht so in Kategorien und hier bin ich schon ganz gut, aber da muss ich noch was tun oder so. Es wäre eher, wie wenn ich mich selbst deutlicher in meiner Umwelt wahrnehme und immer wieder entscheide, was ich gerade machen kann, um weniger Müll zu hinterlassen oder weniger Energie zu verbrauchen, usf. Es sollte mehr so ein geschmeidiges Bewegen sein, denn eine Liste zum Abhaken. Pfffff. Sorry. Klingt irgendwie bescheuert. Vielleicht wäre es die beste Idee für sehr viele Menschen, in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Da käme bestimmt schon eine Menge rum.

    Gefällt 1 Person

    • Impressions of Life schreibt:

      Für viele Menschen wäre es vielleicht eine Idee mit der kleineren Wohnung. Weniger Platz, weniger materielle Dinge. Ein Zukunftszenario wenn noch mehr Menschen auf unserem Planeten wohnen. Wobei man bedenken muss, das dann auch Menschen näher zusammenrücken, was zu anderen Konflikten führt….
      Es gibt immer was, was zu tun man könnte, leider ist der Mensch an sich ein Gewohnheitstier

      Liebe Grüße

      Gefällt mir

  5. Pete J. Probe schreibt:

    Ja, das Gewohnheitstier in uns. Er `innere Schweinehund´ usf.
    Die Masse der arbeitenden Bevölkerung ist daran gewohnt, sich allabendlich vor die Glotze zu setzen und sich durch immer neue `Seifenopern´ (Spielfilme) einlullen zu lassen und wenn`s hoch kommt sich mit Chips vollzu..essen.
    Und die wichtigen (bildenden) Sendungen kommen, wenn die berufstätigen in`s Bett gehen müssen, um morgens wieder fit zu sein.
    Und das alles in einem `Höllentempo´, um es mal so zu sagen. Das bringt viel negative Stress ein. Früher war alles anders. Anstatt `Glotze´ wurde geredet über `Gott und die Welt´ und vor allem alles VIEL langsamer mit Nachhaltigkeit.
    Also, wenn`s interessiert, nochmal `Back to the roots´ mit Langsamkeit. Der Gedanke kam mir, als ich mal ein altes Haus besuchte:
    https://4alle.wordpress.com/2016/11/28/creative-post-into-the-past/
    Ich bin noch immer begeistert, dass du das Thema Nachhaltigkeit mal zum Thema gemacht hast!!
    Schönes W`ende mit Sonne
    Jürgen aus Loy (PJP)

    Gefällt 1 Person

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