Akku leer

Wenn irgend ein Gerät bei uns im Haushalt unter 20 % der Akkuleistung fällt, gibt es nicht nur eine Meldung auf dem Gerät selbst, sondern es folgt ein Gerenne an die Akkustation im Wohnzimmer zu kommen, wo sich sämtliche Geräte (mehrere gleichzeitig) aufladen können. Falls sich das Gerät nicht im eigenen Haushalt befindet, kann es sich im Auto aufladen oder es gibt ein Notfallaufladegerätestick in meiner Handtasche oder für längeres unterwegssein befindet sich ein Notfallaufladegerät im Gepäck.

Soweit so gut. Es ist schön das sich diese Geräte so einfach aufladen lassen. Aber was passiert, wenn der körpereigene Akku in den roten Bereich kommt? Was tun um ihn wieder aufzuladen?

Eine berechtigte Frage in der heutigen Zeit. Die meisten Menschen schaffen das mit links oder lassen einfach diesen Zustand des Reservelaufends nicht zu oder kommen gar nicht in diesen Bereich.

Ich gehöre anscheint nicht dazu. Vielmehr ich habe es anscheinend geschafft diesen Bereich erstmal vollends zu ignorieren. Das die Leistung wöchentlich/täglich abnahm, hab ich natürlich auch sofort ignoriert. Wenn ich schon dabei war!

Letze Woche beschlich mich dann ein komisches Gefühl. Ich sah mich um und ärgerte mich innerlich um so mehr, das ich in Hinblick auf die letzten Monate immer weniger schaffte. Nicht das ich nicht möchte. Ich liebe ein ordentliches, gemütliches, mit Dekokram dekoriertes Zuhause, einen für Kinder und uns erholsamen Garten, einen ordentlichen Schreibtisch, ohne Berge von Papierkram und vor allem viel Zeit für meine kleine Familie, neben bei wurde ich auch noch langsamer im Büro bei der Arbeit.

Letze Woche musste ich mir eingestehen, das der Tag einfach nur 24 Std hat, man nicht durchgehend arbeiten kann, To-Do-Listen nicht endlos sein müssen und die Zeit harmonisch, kuschelig auf der Couch zu gammeln oder mit dem Wunschkind stundenlang ausgiebig entspannt zu spielen nicht mehr da war.

Klar war die Zeit da, nur ich war nicht mehr in der Lage sie zu nutzen und das erst nicht seit gestern.

Ich bin dauernd Müde und Abgeschlagen, aber kann nicht akkuaufladend schlafen. Ich bin Harmonie dürstend, aber ständig genervt mit einem Anflug von Aggressivität in der Stimme. Ich hab soviel Träume, Wünsche und Ideen, aber schaffe es nicht sie in Taten umzuwandeln. Ich bin nahe am Wasser gebaut, Kleinigkeiten regen mich auf und über die Zukunft von Grundschule und dem allgemeinen Leben nach zu denken bereiten mir leichte Herzschmerzen.

Seit 2 Tagen bin ich nun zu Hause. Ich habe mir ein Herz gefasst und bin zur Hausärztin. Ich habe von Blutdruck (stehen, liegend, belastend), EKG und extra großes Blutbild alles durch. Nichts erklärt diese Müdigkeit, manchmal leichte Brust-Herzschmerzen, Abgeschlagenheit, Nichts-Mehr-Schaffen-Symptom. Ich bin mit Tips von Sport treiben, entspannen, Spazieren gehen, Sachen die mir gut tun machen, der vorläufigen Krankmeldung und einer Überweisung (;-)) raus.

Jetzt sitze ich hier und überlege, wie lade ich meinen Akku endlich wieder auf. So bin ich nicht, so macht es keinen Spass, so verpasse ich das Leben. Mein Leben, unser Leben. Ich werde alles versuchen diesen Zustand schnellstens zu ändern, alles dafür zu tun das dies nicht mehr soweit kommt.

Lebt jeden Tag und vergesst nicht den Akku aufzuladen, bevor er in den roten Bereich kommt!

Alex

 

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20 Gedanken zu “Akku leer

  1. Reiner schreibt:

    Den ersten Schritt hast du gemacht, zum Arzt. Es ist keine Schande, mit den Kräften am Limit zu sein. Wir sind keine Maschinen … und selbst die laufen nicht durchgängig rund. Nimm‘ dir die Zeit, die du brauchst. Das Leben im Büro und auch daheim, wenn es sein muss, geht auch ohne dich weiter. Eine Frage der Organisation, du bist nicht allein. Achte dich …

    Lieben Gruß !

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  2. solera1847 schreibt:

    Ich drücke alle Daumen! Mir hat es vor 1-2 Jahren geholfen, meine To-Do-Liste radikal zu entschlacken: Warum sollen da morgens gleich 40 Punkte auftauchen? Der Druck, den allein diese Zahl aufbaut, ist enorm. Jetzt tauchen morgens zwischen fünf und elf Erinnerungen auf, die sich meist auch zügig umsetzen lassen. Das ist viel entspannter. 💐

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  3. maramarin21 schreibt:

    Erst einmal von Herzen alles Liebe für Dich, Alex! Ich wünsche Dir, dass es Dir bald besser geht. Und ich bin froh, dass ich das Wort „Überweisung“ bei Dir gelesen habe. Ich hoffe sehr, dass diese Person Dir noch besser weiterhelfen kann. Aus eigener Erfahrung möchte ich Dir sagen, dass man diesen Akku einer Mutter nicht in drei Tagen oder drei Wochen aufladen kann. Das dachte ich auch immer, aber das war zu „kurz gesprungen“. Es ging kurz bergauf und dann wieder bergab. Es müssen langfristige Entlastungen im Alltag her. Der Alltag muss für Dich weniger kräftezehrend sein. Und wenn Du bei der Arbeit nicht reduzieren kannst oder möchtest (was ja oft der Fall ist), dann sollten die Nachmittage und Wochenenden wenigstens Ruhe bieten. Dies nur aus meiner Sicht, falls es Dich interessiert ;-). Ganz liebe Grüße

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    • Impressions of Life schreibt:

      Vielen lieben Dank! Mir ist schon irgendwo bewusst das der Akku sich von heut auf morgen nicht aufladen lässt. Ich werde schauen, wie es Ende nächster Woche geht.
      Überweisung ;-), erstmal einen Termin bekommen ;-). Aber zumindest sind die Körperwerte vollends in Ordnung, die Ärztin sagte so gut waren die Werte noch nie, deswegen meinte Sie Akku sehr wahrscheinlich komplett leer ?!
      Danke, mich interessieren immer andere Ansichten, sonst würd ich nicht bloggen 😉
      Liebe Grüße

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  4. maramarin21 schreibt:

    Mir hat in der Akutsituation auch geholfen, dass meine Mutter fünf Tage bei sich zuhause auf mein Kind aufgepasst hat und ich mich gedanklich erst einmal sammeln konnte, schlafen, wann ich wollte (wenn es aufgrund der Schlafstörungen denn überhaupt ging) und mein Kind nicht versorgen musste. Erst habe ich zwei Tage nur vorm Fernseher gehangen und nichts gemacht. Dann habe ich ganz in Ruhe vorm Fernseher gesessen und Papiere sortiert, weil es mir so auf der Seele lag und ich mich danach besser fühlte (Ich war lange nicht dazu gekommen und bin eigentlich sehr ordnungsliebend). In dieser Zeit, in der ich keine Verpflichtungen hatte und in der Folgezeit sind dann auch die Ideen gekommen, was mir momentan zu viel ist, was ich nicht mehr tun will. Ich wünsche Dir alles Liebe und dass Du Deine Krafträuber herausfindest und abstellst/en kannst. Das können auch Dinge sein, die man selber sich immer wieder auferlegt. Aber natürlich gibt es bei jedem Menschen auch viele Dinge, die er nicht so einfach ändern kann, weil sie erforderlich sind. Aber ich bin mir sicher, Du findest Dinge, die Du ändern kannst und die zu einem gesteigerten Lebensgefühl beitragen können. Alles Liebe!

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    • Impressions of Life schreibt:

      Also mein Mann nimmt mir (eigendlich schon immer, nur jetzt noch mehr!) viel ab. Ich kam mir gestern aber schon blöde vor mal wieder Nachmittags zu schlafen…., so was zerrt auch an meinem Herzen.
      Heute kommt die liebe Oma vorbei, dann werd ich ein bißchen Papierkram machen (nach den Unterlagen der Steuererklärung fragte auch schon das Steuerbüro). Für Nachmittag steht nur Wasserspaß im Garten mit dem Wunschkind an, wir wollen das Sandspielzeug in der Sonne waschen.
      Ja jeder To-Do-Liste ist anderes, sowie jeder Mensch. Ich versuch Dinge zu ändern!
      Liebe Grüße

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      • maramarin21 schreibt:

        Das klingt doch richtig gut. Meine ausführlichen Kommentare bitte nicht falsch verstehen. Da ich selber gerade erst vor ein paar Monaten total leere Akkus hatte, ist es einfach für mich noch so präsent. Ach und nachmittags schlafen kann sehr viel helfen. Ich habe das in den letzten Monaten ganz oft gemeinsam mit meinem Kind gemacht und unter anderem deshalb wieder aufgetankt. Liebe Grüße

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  5. lukonblog schreibt:

    Es hört sich echt banal an, aber Spazierengehen und Wandern haben in meinen schwierigen Phasen in Deutschland Wunder bewirkt!

    Manchmal fühlte ich mich so leer, dass ich mich nach der Arbeit aufs Sofa legte und an die weiße Raufasertapete der Zimmerdecke starrte. Bis zur Schlafenszeit. Ohne Radio, Fernsehen oder sonst was.

    Doch dann sah ich, das geht so nicht weiter und zwang mich, jeden Tag sechs Kilometer spazieren zu gehen. Und durch diese Bewegung kam auch langsam wieder Bewegung in meine Gedanken. Durch diese positive Veränderung fing ich mit dem Wandern im Wald und in den Bergen an, was mich wirklich zu mir gebracht hat.

    Letztendlich habe ich durch das Wandern nicht nur den „leeren“ Zustand überwunden. Vielmehr gab es mir die Kraft, mein Leben komplett zu überdenken und dann umzukrempeln.

    Und jetzt liege ich in einem Zelt im Yukon und wünsche dir ganz viel Kraft! :Du bist nicht allein mit diesen Gefühlen. Vielleicht wartet einfach dein Leben darauf, ein bisschen anders oder neu von dir entdeckt zu werden. 🙂

    Liebe Grüße,
    Luisa

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    • Impressions of Life schreibt:

      Erstmal toll Du bist in Kanada. Mein Papa hat auch Alaska /Kanada bereist und sagte damals, das tat mir seelisch und körperlich so gut.
      Ja Spazierengehen hat schon damals mich sehr entspannt, dann wurde leider der Alltag hektischer und abends hatte niemand mehr Lust raus zu gehen, besonders nicht wenn man morgen so früh raus muss. Wir werden schauen, wie wir dies integrieren können.
      Liebste Grüße nach Kanada

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  6. HerrPlanet schreibt:

    Liebe Alex,
    Danke für das Teilen deiner Gedanken!
    Es gibt im Leben immer Höhen und Tiefen. Dass du deinen leeren Akku erkannt hast und versuchst etwas zu ändern ist ein wichtiger Schritt. Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir alles Gute! Du wirst gestärkt aus diesem „Loch“ kommen! Alles Liebe, Herr Planet

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  7. hanneweb schreibt:

    Ohjee…. liest sich aber nicht gut und hoffe, wünsche dir von Herzen, dass dein Akku dich nicht nochmal im Stich lässt.🍀
    In der Ruhe liegt die Kraft und die Arbeit läuft dir nicht davon😉
    Liebe Grüße und noch einen erholsamen Sonntag wünsche ich dir🌞🌼

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    • Impressions of Life schreibt:

      Ja die Arbeit läuft nicht davon, aber ich bin halt nicht der Mensch der gerne was liegen lässt, auch wenn es hier grad seit Wochen danach aussieht. Ruhe und entspannen, wir werden den Sonntag ruhig verlaufen lassen und mehr Ruhe in den Alltag bringen.
      Auch einen schönen erholsamen Sonntag noch. Liebe Grüße

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  8. mindcontrol2017 schreibt:

    Wenn die Seele schreit…,frage sie ,was sie am liebsten tun möchte. Findest du eine Antwort, dann tu es. Und wenn es das Gefühl ist, einfach einmal alleine zu verreisen, um zu sich zu kommen,und mit deiner Seele zu kommunizieren. Das Leben fragt nicht was du möchtest, es holt sich was es braucht, gibst du ihm nicht das, kann alles schnell in einer Depression enden. Nicht die Pflicht an erster Stelle nehmen!!

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  9. Home is where the boys are schreibt:

    Liebe Alex,
    ich bin auch harmoniesüchtig und nehme mir viel zu Herzen. Es ist kein Wunder, dass man sich irgendwann ausgebrannt fühlt. Als ich in meinem „Loch“ saß, dachte ich stets, ich müsse alle negativen Gefühle von mir wegschieben. Besserung hat sich erst eingestellt, als ich die Emotionen ganz bewusst angenommen und benannt habe – ohne mich ihnen auszuliefern. Es ist, als wäre man Beobachter seiner Selbst. Es klappt nicht immer, aber ich bin dran. Was die Erschöpfung betrifft, wünsche ich dir gute Hilfe und liebe Menschen um dich.
    Viele liebe Grüße
    Katja

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    • Impressions of Life schreibt:

      Hallo Katja, vielen lieben Dank – auch fürs kommentieren. Es tut schon gut darüber geschrieben zu haben und die ganzen Kommentare. Es ist schwer Emotionen anzunehmen, vielleicht klappt es mit ein bißchen mehr Zeit besser. Ich bin schon froh das meine Hausärztin mich nicht für völlig „gaga“ gehalten hat, sondern sofort Hilfe angeboten hat (nachdem nichts körperliches festzustellen war). Ich werde alles versuchen. Liebe Grüße
      Alex

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