Blogparade zum Thema Vereinbarkeit

Eine neue Blogparade steht an von Heuteistmusik . Eine Blogparade, die mit dem Thema zeitlos ist, immer noch aktuell und schon mehrmalig mit dieses Thema durch Andere in Hashtage und Soziale Netzwerke drauf aufmerksam gemacht worden ist.

Vereinbarkeit – Work-Life-Balance. Die neuen Worte des 21. Jahrhundert. Dahinter steht der Gedanke, dass die arbeitsfähigen Erwachsenen Beruf und Karriere mit Familie inkl. Kindern sich zeitgleich widmen können. Im allgemeinen wird sogar von Vereinbarkeit von Berufs-, Privat- und Familienleben gesprochen.

Das Gleichgewicht von allem. Die schöne, rosa, schillernd, glänzende Blase die einem vor der Familiengründung umgarnt, einen in Sicherheit wiegt, streichelt und den ungläubigen Blick von Anderen, Freunden, Familien, Menschen aus der Arbeitswelt ignorieren lässt, abprallen lässt wie Flummis an einer Wand.

In über 60 % der Fälle (in Wirklichkeit weiß ich nicht wieviele, aber laut Internet, Bekannten, Freunden usw. winkt mir 80 % als realistischer) gibt es den Großen Big Bang Boom spätestes nach der Elternzeit und damit ist nicht gemeint das einige den neuen positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten.

Die Blase platzt, die schillern, glücklich gebende, glänzende Blase löst sich einfach so in Luft auf. Schattenhafte Erinnerungen der Blicke von Anderen, Freunden, Familien, Menschen aus der Arbeitswelt kommen aus dem Unterbewusst hoch.

Was war noch mal Vereinbarkeit? Auf welcher Realität basiert Sie? Und nebenbei sprechen wir vom selben Planeten auf der Sie möglich ist?

Wir haben uns alle für Kinder entschieden und nicht weil sie putzig pupsen können und einen selbst beim größten „Mist-“ Haufen anlachen. Wir wollen Kinder, wir wollen einen Teil von uns weiter geben, wir erhalten unsere Gesellschaft, wir erhalten die Menschheit, wir lieben Sie. Doch warum wird es einem so schwer gemacht?

Zum Glück lebe ich in Deutschland. Wir bekommen Mutterschutz mit anschließendem Elterngeld und dürfen bis zu drei Jahren zu Hause bleiben (auch wenn das Geld nur knapp 1 Jahr gezahlt wird oder auf knapp 2 Jahre aufgeteilt wird). Aber dann ? Dann bezahlen wir Geld um unsere Kinder betreuen zu lassen, haben eine meist harte Zeit der Eingewöhnung und eine viel härtere für die nächsten Jahre.

Bei uns haben wir da noch an Vereinbarkeit geglaubt, dachten das wird schon. Aber wenn man keinen verständnisvollen Arbeitgeber hat, der Zeit zur Eingewöhnung (von Urlaubstagen stundenweise nur) widerwillig gibt, platzt ganz schnell ein Teil der Blase.

Vereinbarkeit, 10 Krankentage pro Elternteil pro Kind bezahlt die Krankenkasse (bei Alleinerziehenden, wozu ich mich Gott sei Dank nicht zähle, natürlich mehr). 10 Tage wo der Arbeitgeber keinen Cent zahlen muss, uns quasi weniger Geld zur Verfügung steht. Nein, das wird in den meisten Fällen als „unbezahlten Urlaub“ angesehen, als ob die Pflege eines Kindes Urlaub sei. Schlimmer noch. Vereinbarkeit oder? Leider beschränkt sich die Krankheitsdauer niemals auf 10 Tage. Laut Statistik und eigener Erfahrung liegt das ganze bei ca 12 Infektionen im ersten KiTajahr und auch meist nicht weniger in den folgenden. Wenn man da keine Familie hat, wo bleibt die Vereinbarkeit? Mal abgesehen das meist Mama und Papa selber flach liegen von den eingeschleppten KiTAkillerviren.

Grade aktuell. Schließung der KiTa wegen Personalmangel durch Krankheit. Vorlaufzeit und Einstellung auf die Situation keine. Das gleiche gilt für Schulstundenausfall, OGS Ausfall und alles neben der Ferienzeit bzw. und regulären Schließungszeiten. Was tun bei nur 30 Tage Urlaub als Arbeitnehmer in Vollbeschäftigung. Auch in Teilzeit oder Schichtarbeit ist das nur schwer bis gar nicht zu bewältigen. Vereinbarkeit ist das nicht!

Neben dem allen kommen noch die netten Sprüche von der Außenwelt: „Ihr wolltet doch Kinder“ „Selber Schuld“ „Ständig bist Du zu Hause und nicht am Arbeitsplatz“. Daneben steigt der Frust bei Urlaubtageeinreichungen, Gehalt, Aufstiegchancen. Die Liste ist endlos. Die Gesellschaft möchte und braucht mehr Kinder zum überleben, unser Gesellschaft veraltert zunehmend, aber Eltern werden fast immer benachteiligt!

Die Vereinbarkeit ist eine schillernde leuchtende Blase, die zu 80 % platzt. Die durch Menschen erschaffen wurde, die keine Ahnung von der Realität haben. Eine fatale Blase diese Vereinbarkeit in Zeiten wo Burnout, Depressionen hoch im Kurs stehen und dies keine Einbildung entspricht.

Vereinbarkeit / Work-Life-Balance  sind Begriffe die irreführend sind, Begriffe die abgeschafft werden sollten oder endlich eingelöst werden sollten in der Realität auf diesem Planeten! Schließlich bekommen wir die Kinder, die die Gesellschaft weiter bringt. Wir erziehen hier die Erwachsenen von morgen und lassen sie groß werden, nicht ihr!

 

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2 Gedanken zu “Blogparade zum Thema Vereinbarkeit

  1. Reiner schreibt:

    Leere Worthülse – Vereinbarkeit. Einfach war das noch nie, Kinder und Beruf zu vereinen. Ohne familiäre Unterstützung so gut wie unmöglich. Meine erste Frau bekam ein Jahr nach der Geburt meines Sohnes Unterstützung von der Stadt in Form eines Kita-Platzes und konnte wieder halbe Tage arbeiten, vermutlich, weil sie an entsprechender Stelle deutlich gemacht hatte, dass unser Ehe sich in Kürze erledigt hätte.

    Das alles entspricht ja auch dem Gefasel von der „deutschen Leitkultur“, dieser Tage. Was genau meinen sie denn damit? Macht euch die Taschen voll, nehmt alles mit ! DAS ist die deutsche Leitkultur und alles andere hat hinten an zu stehen. Dieses Land lebt in weiten Teilen in einem seelisch-geistigen Vakuum, das mit Konsum aller Art kompensiert wird. Es ändert sich nur sehr langsam, aber immerhin.

    Seht zu, wie ihr eure Kinder groß bekommt, mussten wir auch …
    Sprachen`s vor gut 20 Jahren und verschwanden erst einmal im halbjährlichen Urlaub.
    Mein größter Trick derzeit besteht darin, es ihnen nicht in gleicher Münze heimzuzahlen.

    Grüße & gutes Gelingen – von Herzen.

    Gefällt 2 Personen

  2. pialaurafroehlich schreibt:

    Vielen Dank für den so wahren Text. Wir Eltern müssen darüber reden, schreiben und lauter werden. Unser Rentensystem sieht keinen Ausgleich für Menschen vor, die zuhause Menschen versorgen, ob die eigenen Kinder oder zu pflegende Angehörige. Und wir Eltern, die Kinder bekommen und Auszeiten vom Job nehmen, werden doppelt und dreifach bestraft. Eigentlich ist es heutzutage wirtschaftlich gesehen sinnvoll, keine Kinder zu bekommen. Soll das die Zukunft sein? Nein, denn Kinder SIND die Zukunft. Und wir Eltern, die diese Kinder groß ziehen, sie lieben und versorgen, für jedes Einzelne den Wert eines Reihenhauses an Kohle ausgeben, wir müssten vom Staat besser unterstützt werden. Genau so erwarte ich mehr Unterstützung von Seiten der Arbeitgeber. Außerdem kein Aufwiegeln zwischen Eltern und Kinderlosen, sondern gemeinsame Sorge dafür, dass die Zukunft besser wird, als sie bisher den Eindruck macht. Ich verlinke und teile den Text gerne, danke fürs Mitmachen! Laura

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