Der Nachtschreck

Der Nachtschreck, abgeleitet aus dem lat. Pavor Nocturnes = nächtliche Angst, zählt zur einer Schlafstörung, die im Grunde nichts schlimmes ist oder dauerhafte Schäden verursacht.

Der Nachtschreck tritt meist bei Kindern bis zum 6 Lebensjahr auf. Natürlich gibt es Ausnahmen von: das er nie auftritt, das er nach dem 6 Lebensjahr auftritt oder gar im Erwachsenenalter. Wobei im Erwachsenenalter es schwierig ist, dies als Nachtschreck zu identifizieren, weil man alleine ist und von allem nichts weiß oder der Partner verängstigt ist und keiner sich zum Arzt traut.

Der Nachtschreck bedarf keiner ärztlichen Vorstellung, außer er tritt für die Betroffenen zu häufig auf, nach dem 6 Lebensjahr oder ist anderweitig zu belastend.

Was ist nun der Nachtschreck? Es ist ja nicht einfach mit der Angst vor der Nacht zu erklären. Der Nachtschreck tritt in der ersten Phase des Nachtschlafes auf. Meist 1-2 Stunden nach dem Einschlafen. Das Kind schreckt aus dem Tiefschlaf in völliger Panik auf. Ich beschreibe das Außenstehenden immer mit, dass das System quasi auf 100 % hochfährt, das Kind aber immer noch schläft. Meist sind die Augen weit geöffnet, aber die Kinder erkennen niemanden und sind völlig orientierungslos. Ansprechen oder gar anschreien verschlimmert meist die Panik. Die Kinder schreien einfach so immer lauter, oder schreien nach einer Bezugsperson. Man könnte sogar meinen die Kinder haben eine Todesangst. Eine Flucht kommt zum Vorschein. Sie laufen aus dem Bett, im Kreis, durch die Wohnung und / oder schlagen irrational um sich. Das einzige was irgendwie hilft ist zu versuchen, das sich die Kinder nicht verletzten, leichte Berührungen helfen sie vom Dauerweglaufen in der Wohnung wieder ins Bett zu bringen. Das ganze Spektakel dauert meist 5 bs 45 Minuten und dann fallen die Kinder meist direkt wieder in den Tiefschlaf.

Woher er kommt, kann niemand so genau sagen. Einige sprechen von aufregenden Tagen, zuviel Stress. Andere können dies nicht belegen und sprechen vom Entwicklungsschüben oder das er aus dem nichts gekommen ist. Vermeiden kann man ihn nicht.

Dies ist meine Erkenntnis vom Nachtschreck der uns völlig unvorbereitet vor 6 Monaten antraf. Total ahnungslos und völlig überfordert mit der geängstigten unbekannten Situation.

Nach einem langen, nicht grad aussergewöhnlichen Tag, hörten wir ein extrem lautes Kreischen aus dem Kinderzimmer. Unser Sohn stand kreischend, mit aufgerissen Augen im Hochbett und lief hin und her. Er schrie nach mir, ich versuchte ihn aus dem Hochbett zu holen, er wehrte sich heftig und erkannte mich gar nicht. Als er den Boden erreichte, lief er in völliger Todesangst durch die obige Wohnung. Meist lief er im Kreis. Ansprechen brachte nicht, festhalten führte zu verstärkten Gegenwehr. Er schaute mich an und hielt mich für den Feind und schrie immer lauter nach Mama. Wiederholtes lautes Ansprechen verschlimmerte nur die Panik. Langsam und behutsam (mit vielen Rückschlägen und mit Hilfe meines Mannes) bugsierte wir ihn ins elternliche Schlafzimmer, wo die Raumtemperatur kühler war. Er sank sofort in unser Bett, umklammerte meine Hand und schlief ein. Die ganze Situation hat gefühlt eine halbe Stunde gedauert und mich und meinen Mann in Angst versetzt. Dies war für uns ein sehr großer Nachtschreck.

Ein etwas andere kleiner Nachtschreck besuchte uns vor ein paar Tagen mit einer Dauer von ca. 10 Minuten. Er stand plötzlich völlig panisch auf der Couch, nachdem er darauf eingeschlafen war. Zur dieser Zeit hatte er leichtes Fieber und lag auch nur im Wohnzimmer, weil wir noch wach waren. Völlig aufgelöst schrie er nach mir, aber erkannte mich nicht und lief dann Richtung Badezimmer. Dort war es sehr hell, was seine Orientierungslosigkeit noch mehr verstärkte. Ich half ihm mit leichten Berührungen in Richtung Elternschlafzimmer zu gehen, wo er letztendlich sich zitternd ins Bettchen legte, obwohl er mich nicht erkannte. Er schlief dann schnell wieder ein. Nach ca. 1 Stunde trug ich ihn in sein Bettchen.

Unser Sohn, sowie andere Kinder, Betroffene auch, können sich daran nicht mehr erinnern. Ein Ansprechen auf die nächtliche Situation, soll tunlichst aus psychologischen Gründen vermieden werden, um nicht noch eine zusätzliche innerliche Angst zu schüren, weil sie nicht wissen was sie in der Nacht tun.

Im Fall von uns haben wir folgendes gelernt. Wir sprechen uns Kind kaum während des Nachtschreckes an und auf gar keinen Fall sprechen wir es am nächsten Tag oder überhaupt drauf an. Wir berühren ihn behutsam, schauen das es sich nicht verletzt und bringen ihn in ein Zimmer mit kühlerer Raumtemperatur als er gewöhnt ist. Wir lassen ihn dann mindestens 30 Minuten nicht alleine. Später tragen wir ihn zurück in sein Bett.

Falls der Nachtschreck Euch beunruhigt und oder nicht mehr los lässt, einfach den Kinderarzt oder Arzt darauf ansprechen. Jeder Arzt kennt das Phänomen und erklärt es gerne!

Liebe Grüsse und schlaft gut

 

 

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6 Gedanken zu “Der Nachtschreck

  1. Blog in Harmonie schreibt:

    Uns traf es auch total unvorbereitet. Leider habe ich bei vielen Dingen u.a. dem Nachtschreck, abendliches Schreien ab ca. 17:00 Uhr (trotz tragen und anderen Urvertrauen aufbauenden Maßnahmen) erst im Nachhinein darübergelesen und die neue Situation immer erst einmal äußerlich möglichst ruhig aber innerlich überfordert durchgestanden. Es ist schon interessant, dass eine intensives Lesen in der Schwangerschaft auf vieles nicht vorbereitet ;).

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