Hochsensibel – the other side of life

Hochsensibel, ein Wort was die Generation meiner Eltern (ich bin ein Kind der 80er) als Heulsuse, Angsthasen verband. Selbst heute ignorieren manche Ärzte die Hochsensibilität, die laut Statistik nur ca. bis zu 20 % der Menschen betrifft. Eine wage Zahl, nicht jeder weiß das er hochsensible ist, nicht jeder versteht sich selbst, nicht jeder Arzt weiß darüber Bescheid, aber laut Statistiken sind es nur 20 %. Ein fataler Irrglauben aus meiner Sicht!

Es ist keine Krankheit, es eine andere Wahrnehmung bei diesen Menschen, die Gefühlswelt ist stärker in all ihren Facetten. Es ist ein Wesenszug.Man könnte sagen es ist eine Gefühlsweiterentwicklung, vielleicht sogar eine evolutionstechnische Weiterentwicklung. Wer weiß das schon, wenn die Forschung diesbezüglich noch in den Kinderschuhen steckt.

Das Erkennen von Hochsensibelität ist schwierig, jeder Mensch ist unterschiedlich, in der jetzigen Station der Forschung kann man nur sagen, dass die Personengruppen anders, intensiver auf Reize/ Situation reagieren, diese anders erleben und verinnerlichen. Manche Forscher sind der Meinung, dass dieses eine Art von Spiritualität sei, ein paar weniger sehen einen eventuellen Zusammenhang zur Hochbegabung.

Es gibt zwei Arten von hochsensiblen Menschen. Die einen die sich völlig unwohl und unverstanden fühlen, mit dieser Welt nicht zurecht kommen und auf der anderen Seite die Personengruppe die es als Begabung ansieht und mit ihrer besonderen feinfühligen Wahrnehmung glücklich sind. Beide Gruppen an Hochsensiblen sind sehr wertvoll und wichtig für unsere Gesellschaft. Sie sind im allgemeinen sehr integrativ, kreativ und innovativ, überdurchschnittlich stellen sie ethische Fragen und sind so durch ihre komplexen Wahrnehmungen wertvolle gesellschaftliche Mitglieder!

Sozialtechnisch und Gesellschaftstechnisch stolpern  hochsensible Menschen eher über Steine. Sie machen sprichwörtlich aus „einer Mücke einen Elefanten“. Was jetzt nicht negativ gemeint ist. Aber für die Allgemeinheit kleine unbedeutende Dinge, werden auf einmal für diese Menschen ganz groß. Die Verarbeitung neuer Situationen, Gegebenheiten, Erlebnisse erfordern Zeit und eine ruhige Atmosphäre. Leistungsdruck und schnelle Entscheidungen, die durch unsere perverse Leistungsgesellschaft dazu kommen, überfordern hochsensible Menschen. Unsere Gesellschaft des heutigen Standes möchte keine Querdenker oder anders Problemlöser haben, unsere Gesellschaft ist selbstverliebt in ihren aufgestellten Standards und Normalitäten. Aber was ist schon normal?

Mittlerweile, trotz Kinderschuhstufe der Wissenschaft, einigte man sich auf einen allgemeinen Test und folgende Punkte die eine Hochsensibilität sehr wahrscheinlich machen. Über diese Punkte an sich, habe ich für mich entschieden das ich sehr wahrscheinlich hochsensible bin, seit ich das weiß verstehe ich meine Kindheit besser, mein jetziges Leben und ich weiß  das es keine Krankheit ist, das es nur einfach ein anders sein, anders fühlen bedeutet, womit man gut leben kann. Man versteht sich besser und auch andere.

Ausgeprägte subtile Wahrnehmung (vielschichtige Fantasie und Gedankengänge). Es ist einer meiner frühsten Erinnerung in Bezug aufs kindliche Spielen, ich litt damals sehr darunter. Ich spielte anderes als die anderen Kinder, ich hatte eine nicht grössere sondern andere Fantasie, als diese. Oft kam es zum Streit, weil das bei anderen Kindern und ihre Standards beim Spielen, auf Ablehnung stieß. Ich verband viele Spielwelten miteinander und zauberte viele hinzu, um nur ein Beispiel zu nennen. Meiner Fantasie und die daraus folgenden Gedankengänge stossen bei vielen auf Ablehnung, wie ich heute feststelle.

Erhöhte Schmerzempfindlichkeit. Ich denke, dies ist ein Punkt der individuell ist. Bei hochsensiblen Menschen und nicht hochsensiblen Menschen. Ich für meinen Teil, habe ein hohes Schmerzempfinden. Früher hörte ich immer ich soll mich nicht anstellen, aber ich kann den Schmerz schon fühlen bevor er da ist, im übertragenen Sinne.

Detailreiche Wahrnehmung. Mir fallen schnell Kleinigkeiten auf, ich sag mal für andere unwichtige Kleinigkeiten, für mich sind sie nicht unwichtig. Das fängt bei Gesprächspartnern an, wo ich viel in der Mimik erkenne, deute und manchmal auch überbewertet und hört bei Erinnerungen an den Waldspaziergang auf mit allen Düften, Farben, Gefühle, Kleinigkeiten und seiner Romantik. Mit dieser Wahrnehmung verbinde ich sogar je nach Situation Farben, die ich vor meinem innerlichen Auge sehe.

Hohe Begeisterungsfähigkeit, sehr vielseitige Interessen Ich lass mich schnell für etwas begeistern, auch wenn es noch nie in meinem Interessengebiet lag. Das macht mir nichts aus ich bin so gesagt Feuer und Flame. Allein über Erzählungen bestimmter Dinge, Vorhaben bin ich manchmal hell auf begeistert.

Sehr ausgeprägtes Langzeitgedächtnis. Ich kann mich an meinen Ersten Umzug erinnern, da war ich drei Jahre alt. Ich habe Bilder im Kopf, die keine Fantasie sind, sondern sich durch meine Eltern bestätigen lassen. Ich kann mich an den ersten Urlaub erinnern. An das Geschmackserlebnis des ersten Kaugummis als währe es gestern gewesen. An das erste Unwohlsein und die Panikattake im Aufzug im ersten Urlaub mit meinem Eltern.

Psychosoziale Feinwahrnehmung (Befindlichkeiten, Stimmungen und Emotionen anderer Menschen werden leichter und detaillierter erkannt) Manchmal ein Fluch, es ist wie ein Computerprogramm, der den Gesprächspartner von oben es untern analysiert und selbst wenn dieser sich verstellt, wird mir seine Stimmung, seine Befindlichkeit bewusst. Es ist wie Regen, der auf einen einprasselt. Man möchte sofort darüber mit ihm reden, auch wenn das Thema ein ganz anderes ist. Es ist manchmal schwierig sich vor dieser Wahrnehmung zu schützen, manchmal hallt dies über Stunden noch nach.

Stärker beeinflussbar durch Stimmungen anderer Menschen. Manchmal ist es wie eine Welle die über mich einbricht und man passt sich der Stimmung andere quasi an. Es ist wie tägliches Achterbahn fahren, nur ohne anhalten. Wenn ich als Kind über den Tag stark hierdurch negativ beeinflusst wurde, konnte ich diese Welle abends in meinen Träumen sehen, es war wie ein Albtraum ohne Angst.

Ausgeprägtes intuitives Denken. Manchmal sind es die Bauchentscheidungen die richtig sind. Aus Erfahrung sollte ich immer auf sie hören, sofort handeln. Schließlich verlangt unsere Gesellschaft heute schnelle Entscheidungen, schnelles handeln.

Langer emotionaler „Nachklang“ des Erlebten. Ein Langer Nachklang beschreibt es nicht wirklich. Manches Erlebte zieht ihren lieb genannten Nachklang Jahre lang mit sich, anderes nur Tage oder Stunden. Ich kann es nicht beschreiben, noch nicht.

Denken in größeren Zusammenhängen. Es ist wie ein Baum, der Situationen wie Äste in verschiedene Richtungen auseinander gehen lässt. Es ist anstrengend. Man  denkt nicht von A nach B, sondern eher von A nach E über G zurück zum eigentlichen B. Anstrengend, nervig, ich kann es einfach nicht abstellen. Manchmal ist dieses super und hilft ungemein, aber manchmal stehe ich mir auch nur selber im Weg diesbezüglich.

Ausgeprägter Altruismus, Gerechtigkeitssinn. Ungerechtigkeit kann ich nicht ertragen. Es ist wie eine Last, wird ein Mensch der mir am Herzen liegt ungerecht behandelt, füllen sich manchmal nur bei der bloßen Vorstellung meine Augen mit Tränen. Es breitet sich innerliche Panik aus, Herzschmerz überkommt mich, eine Art Wut ist auch da. Aber auch der Bettler in der Stadt berührt mich, das fremde Kind, das von seiner Mutter grundlos angemault wird…. all das bringt mich um die Fassung. Selbst blosse Tagträume oder Vorstellung von „es könnte doch passieren das…“ lässt mich innerlich in Panik verfallen und erfordert ein hohes Maß an Konzentration das nicht nach außen dringen zu lassen. Es kommt mir alles ganz nah, die Welt kommt mir zu nahe!

Harmoniebedürfnis, Gewissenhaftigkeit. Jede Meinungsverschiedenheit, jeder Streit der länger als 5 min dauert, wird zur Qual für mich. Eine unerklärliche Panik breitet sich aus, mein Herz krampft sich zusammen, Luftnot. Ich kann diese Situation einfach nicht ertragen. Es ist wie Dunkelheit die geisterhaft nach mir greift bei strahlendem Sonnenschein, es ist schrecklich in solch einer Situation zu sein. Unbeschreibbar erdrückend. Selbst wenn Personen sich untereinander streiten und ich nichts damit zu tun hab, kommt ein dunkles Unwohlsein in mir auf.

Intensives Erleben von Kunst und Musik. Kunst berührt mich, ich sehe in Skulpturen Gefühle und Farben, selbst Farben die nicht die Skulptur kleiden, verbinde ich mit ihr. In Kunstbildern sehe ich Gefühle, Wellen, Gesichter. In machen Kunst sehe ich Angst und Wahnsinn. Die Musik ist da anders. Sie hilft mir richtig. Ich kann viele Menschen auf „engen Raum“ nicht ertragen. Trotzdem gehe ich auf Konzerte, in der Musikrichtung die mir am Herzen liegt. Dort kann ich alles ausblenden und die Musik durchströmt meinen Körper und ich vergesse den Alltag, aber nur während der Musik. Hört sie bei Konzerten auf, steigt Panik und Angst hoch, weil ich die Menschen nicht mehr ausblenden kann. Um noch ein Beispiel im Alltag zu nennen. Alleine spazieren  gehen (eher von der Arbeit zu Fuss nach Hause) oder einkaufen klappt nur mit Kopfhörern und Musik.

Perfektionismus Perfektionismus oder Psychologie für Anfänger
meist vielschichtige komplexe und stabile Persönlichkeit (Instabilitäten wie bei Borderline, bipolaren Störungen, Psychosen o. ä. sind kein Merkmal der HS; dennoch können solche als Folge einer psychischen Erkrankung durchaus präsent sein)

The other side of life! Wie lebt es sich, nach diesem Wissen?

Viel besser, sobald man dieses akzeptiert hat, sobald die engste Familie es weiß lebt es sich angenehm gut. Ich verstehe meine Familie besser, mich selber. Aber ich muss auch noch selber viel lernen darüber. Es gibt immer wieder Situationen da prasseln die Gefühle wie Platzregen auf einen ein und man weiß nicht wie man handeln soll. Es gibt kein Regelwerk, das einem hilft. Es ist ein täglicher Versuch damit umzugehen. Schreiben hilft, ich werde sehr wahrscheinlich viel in dies Blog darüber schreiben

Beschreibungsantworten zum Test:

1.Ich bin ungern an Orten mit Hektik und großer Lautstärke (ausgenommen Musikkonzerte), ungern bedeutet für mich eine aufkommende Panik.

2.Ich reagiere stark auf helles grelles Licht, mein Empfinden dabei ist, als ob ich flüchten möchte. Ein innerlicher Drang

3. Wenn mich Kleidung einengt, fühle ich mich schnell unwohl, das selber ist bei unterschiedlichen Stoffen, auch wenn sie weit geschnitten sind

4. Ich reagiere stark auf Koffein, zuviel Koffein macht mich sofort „süchtig“  und ich kann nicht mehr aufhören, zumal meine Stimmung oft gereizt und überhitzt ist

5. Ich habe einen feinen Geschmacks- und/oder Geruchssinn. Je nach Alter schwächt zwar dieser Geschmackssinn körperlich ab, aber er ist sehr stark vorhanden, sowie gleich dem Geruchssinn

6. Bestimmte Konsistenzen von Essen mag ich nicht. Ist das essen zu feste, würde ich es am liebsten gar nicht essen

7. Ich fühle mich von Ärzten unverstanden. Schon allein der Gang zum Arzt bereitet mir ein Unbehagen. Eine Angst das mir nicht geglaubt wird, was völlig unsinnig ist

8. Ich bin motorisch unruhig und ständig in Bewegung. Zeitweise stimmt dieses schon

9. Neue, unbekannte Situationen beunruhigen mich. Ich könnte schreien, verfalle in Panik, ich brauche hierbei Halt durch Personen, oder Gegenstände. Es ist schrecklich

10. Der Umgang mit Menschen, insbesondere in Gruppen, kostet mich oft viel Energie.Dies ist seit meiner Kindheit so. Ich will nichts falsch mache, verfalle in Angst. Wenn ich dann wieder aus diesen „Gruppen“ bin bzw. wir wieder zu Hause sind, bin ich ziemlich müde und fertig mit der Welt

11. Im Gespräch mit Menschen spüre ich schnell, wenn ihr besagtes mit ihren Gefühlen nicht übereinstimmt. Ab hier werden dann Gespräche schwierig, weil ich mich auf beides konzentriere, ich kann es aber auch nicht abstellen

12. Stimmungen anderer nehme ich nicht nur eindeutig wahr, sie beeinflussen mich oftmals. Manchmal zu stark!

13. Ich schwanke in meinen eigenen Stimmungen stark. Schwierig für meine Familie, es ist oft mit Tränen verbunden und tut mir leid

14. Häufig bin ich gerne allein. Allein mit meiner kl. Familie. Größere Personsengruppen strengen mich an, kosten Kraft

15. Ich habe eine hohe Schmerzempfindlichkeit.

16. Ich habe viel Phantasie und hänge oft Träumen nach. Ich liebe Tagträume, sie überkommen mich

17. Meine Familie und Freunde verstehen mich oft nicht. Allein mein Mann versteht mich, ohne ihn würde ich mich verloren fühlen

18. Ich habe einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

19. Ich bin sehr gewissenhaft und/oder akribisch.

20. Ich bin sehr kreativ.

21. Ich habe einen besonderen Zugang zur Natur, Musik oder Kunst. Ich verbinde starke Gefühle und Farben hiermit

22. Mit Lügen kann ich sehr schlecht umgehen.

23. Ich bin tendenziell zu gutgläubig. Zu gutgläubig, ich kann es kaum abstellen

24. Ich fühle mich oft für Geschehnisse verantwortlich. Grundsätzlich ist da immer das Gefühl hierfür verantwortlich zu sein

25. Ich fühle mich Situationen oft hilflos ausgeliefert.

26. Ich kann mir Gesprochenes und/oder Wahrnehmungen über einen sehr langen Zeitraum merken. Dies ist je nach Situation abhängig!

27. Ich habe schon einmal daran gedacht, hochbegabt zu sein. Nein dieser Punkt kommt nicht wirklich auf mich zu. Manche Wissenschaftlicher sehen aber einen Zusammenhang.

28. Ich habe schon einmal daran gedacht, an ADHS erkrankt zu sein. In meiner Jugendzeit kam dieser Gedanke ein paar mal vor. Heute hab ich eine komplett andere Meinung zu ADHS

29. Ich kann das Denken nicht „abstellen“, oftmals jagen ganze Gedankenketten durch meinen Kopf. Sie hören dann nicht auf und blockieren mich. Es erfordert unheimlich viel Kraft dieses zu durchbrechen

30. Mehrere gleichzeitig zu erledigende Aufgaben sind für mich eine Herausforderung. Ich schaff das zwar, aber werde zickig und unerträglich dabei

Hochsensiblität – the other side of life. Every day is a new start

Advertisements

2 Gedanken zu “Hochsensibel – the other side of life

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s