Freundschaft

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„Die Freundschaft gehört zum Notwendigsten in unserem Leben. In Armut und im Unglück sind Freunde die einzige Zuflucht. Doch die Freundschaft ist nicht nur notwendig, sondern auch schön“ Aristoteles
(384 – 322 v. Chr.), griechischer Philosoph, Schüler Platos, Lehrer Alexanders des Großen von Makedonien

Freundschaft ist, wenn Menschen sich durch Sympathie und Vertrauen gegenseitig zugeneigt sind. Über Freundschaften und deren Bedeutung haben sich schon Philosophen wie Aristoteles Gedanken gemacht. Er sah es als eine am notwendigste Tugend an, welche die Menschheit auf ewig braucht und er war der Ansicht es sei sehr ratsam wenige, aber dafür gute Freunde zu haben. Aus guten Freunden würden sich wahre Freunde auskristallisieren und diese würden  Lebenssituationen überdauern.

Was ist Freundschaft für mich? Ich finde in der heutigen Zeit der Gesellschaft ist richtige Freundschaft sehr selten geworden. Viele sind nur auf sich selber bezogen. Eine dunkle, traurige, lieblose Zeit für die Menschheit läuft scheinbar unaufhaltbar auf sie zu. Aber was ist Freundschaft jetzt für mich? Klar man sympathisiert mit einem anderen Menschen und hat ein Vertrauen zu ihm (die Größe des Vertrauens wird nur noch getoppt in der Partnerschaft und seinen eigenen Kindern). Für mich gibt es bzw. gab es nur höchstens eine Hand voll Freunde. Der Rest sind Bekannte. Es beschleicht mich immer ein seltsames Gefühl, wenn Personen von ihren ach so vielen Freunden reden. Schön für Sie, glaub ich aber nicht. Zumal sind viele von ihren auf die sogenannten „Freundschaftslisten“ in sozialen Netzwerken stolz und sehen diese als ihre „Freunde“. Wow so viele ? Mir stellt sich dann immer die Frage: Wieviel stehen wirklich zu Euch ? Was versteht ihr eigentlich unter dem Wort „Freunde“?

Bei mir fing der Gedanken und das Gefühl von Freundschaft  am Ende der Kindergartenzeit an.  Mit vier oder fünf Jahren überhaupt setzt da auch die ersten Erinnerungen an, die sich auf Freundschaften bezieht. Ich hatte damals vier Freundinnen mit denen ich täglich zusammen war. Zwei aus dem Kindergarten und zwei in der Nachbarschaft. Diese nahm ich quasi in die Grundschule mit rein, wobei sich hier schon abzeichnete, auch von meinem Gefühl her, dass das nicht von Dauer war. Ich hatte dann zwei feste Freundinnen und einen neuen Freund in der Grundschule und nur das eine Mädchen in der Nachbarschaft, was ich  auch als Freundin bezeichnete. Klar würde meine Mutter jetzt sagen „Kind Du warst doch beliebt und hattest immer 20 Kinder um dich , wenn ich nur an die Kindergeburtstage denke“. Ja hatte ich, aber schon damals unterschied ich in echter Freundschaft und „andere Freunde“. Ich hatte immer jemanden zum Spielen und wenn ich gefragt hatte stand immer jemand bereit, was mit mir zu machen. Die Realschule war echt der „Brecher“ für mich. Der eine gute Freund aus der Grundschule war weg, eine echte Freundin hatte ich in der Schule und eine zuHause. So what? Für mich reichte das echt. Ich tat mich schwer mit Freundschaften schließen und das hat sich bis heute auch nicht geändert. Ich denke auch, das ich ein hochsensibler Herzmensch bin und einfach keine Enttäuschungen verkraften oder halt nur sehr schwer. Ein Freundschaftsbruch zählt nun mal zu schlimmen Erfahrungen. Später hat sich die Freundin aus der Realschule und das Nachbarmädel  auch verabschiedet. Auf der höheren Handelsschule hatte ich zwar sehr viele um mich herum und unternahm auch viel, aber als es mir schlecht ging und ich ein Schuljahr wiederholte , waren auch alle ausschließlich weg. Bisher kamen und gingen nur Bekannte durch mein Leben. Wenn man mich heute fragt, wer zählt zu deinen festen Freunden, wem könnte ich blind vertrauen, würde mir nur die junge Frau und Mama des jetzigen besten Freundes mein Sohnes einfallen (blind vertrauen würde mir schwer fallen, um ehrlich zu sein das Band wird geschmiedet, auch zu anderen * geändert 26.09.2016*) Ich würde heute sogar sagen das mein Partner, die Liebe meines Lebens, noch höher diesen Titel verdient hat! In ihm hab ich nicht nur meinen Ehemann, meine einzig wahre Liebe sondern auch meinen besten Freund gefunden! Er verkörpert ohnehin alles für mich.

Ich sah diesen Verlauf auch bei anderen, auch wenn andere das vielleicht nicht so sehen. Mein Mann hatte viele feste Freunde als wir uns kennenlernten. Sein wir mal ehrlich, was jetzt kommt kennen viele: neue Liebe fordert nebenbei das Ende von Freundschaften. Ich denke aber hierbei immer: echte Freunde bleiben und überstehen das oder finden sich nach gegebener Zeit wieder. Wenn dann aus der Liebe, Partnerschaft und Familie wird, werden damalige Freundschaften weniger. Traurig aber Realität.

Wenn ich unsern Sohn anschaue, fühle ich mich wieder in meine Kindheit versetzt. Ich sehe viele Parallelen. Auch er tut sich schwer mit echten Freunden finden. Der Weg um seinen besten Freund zu gewinnen, war wahrhaftig mit Tränen und Herzschmerz verbunden. Uns als Eltern blutete damals das Herz als wir diesen langen Kampf mit ansehen mussten. Jetzt hat er eine feste Gruppe. Drei feste Freunde. Leider sieht es so aus, was sie alle noch nicht wissen (wir wollen sie nicht belasten und hoffe das es doch noch klappt), dass sich das nächstes Jahr alles verändern wird. Die Grundschulzeit. Sein aller bester Freund von den drein, wird sehr wahrscheinlich nicht auf seine Grundschule gehen. Der andere Freund ist dessen Bruder mit dem gleichen Schicksal. Dann bleibt ihm nur der letzte, aus heutiger Sicht gesehen, wobei die beiden in letzter Zeit oft aneinander geraten. Jetzt sagen viele, sie sind doch alle erst fünf. Ja das stimmt, aber mein fünfjähriger tut sich wie seine Mama, sehr schwer in  Freundschaften schließen. Auch ein sensibler Herzmensch und wie man sich dabei fühlt weiß ich ja. Ich werde versuchen ihm zu helfen und beizustehen, wie ich es in jeder Lebenslage tun werde.

Obwohl kaum hatte ich diesen Text vor 2 Tagen verfasst, kam auch schon ein wundervolles Update. Mein Herz hüpft vor Freude, als ich heute beide Kinder beim spielen bei uns Zuhause hatte. Die beiden werden ja zu 90 % zusammen nächstes Jahr in die Klasse gehen und haben heute ohne Streit zusammen den ganzen Tag verbracht. Es ist schön zu sehen, wie jungen Freundschaftsbänder geschlossen werden

„Ohne Freunde möchte niemand leben, auch wenn er alle übrigen Güter besäße “ Aristoteles

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